Junge Menschen nur mit halber Kraft stärken? Weniger Geld für Kompetenzagenturen und Schulverweigerungsprojekte

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Die im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit zusammengeschlossenen
sieben bundeszentralen Organisationen zeigen sich angesichts der Freitag veröffentlichten neuen Förderleitlinien für die Programme „Kompetenzagenturen“ und „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ sehr besorgt über die Zukunft der Initiative „JUGEND STÄRKEN“. Die neu entstandenen Strukturen an rund 200 Standorten sind durch eine geringere finanzielle Ausstattung der Programme gefährdet. In einem Schreiben an Bundesjugendministerin Schröder und weitere Abgeordnete weist der Kooperationsverbund auf den Widerspruch der Mittelkürzung zu wichtigen jugendpolitischen, arbeitsmarktpolitischen und bildungspolitischen Zielen der Bundesregierung hin.

Halbierung der Fördermittel

„Wenn die Förderung für alle 400 Standorte nun ausläuft und ab Sommer nur noch halb so viele Fördermittel seitens des Bundes zur Verfügung stehen, werden notwendige Angebote für junge Menschen in vielen Kommunen ersatzlos wegfallen“, kritisiert Walter Würfel, Sprecher des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit.

Die Initiative „JUGEND STÄRKEN“ fördert derzeit noch ein Netzwerk von abgestimmten Strukturen der Jugendsozialarbeit an über 1.000 Standorten bundesweit. Allein in den Programmen „Kompetenzagenturen“ und „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ wurden im vergangenen Förderjahr rund 40.000 junge Menschen unterstützt und begleitet, deren Schulabschluss gefährdet ist oder die den Übergang in den Beruf nicht alleine bewältigen können.

Für beide Programme läuft die Förderung nun aus. Eine neue Bewerbung der Träger für eine Förderung bis 2013 ist zwar möglich, jedoch steht nur noch die Hälfte der bisherigen Fördersumme durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. „Die Kommunen sind schon jetzt bei der Finanzierung der Projekte beteiligt. Sie sind aber in der Regel gar nicht in der Lage, die Förderung nun alleine zu übernehmen – zumal noch so kurzfristig“, erläutert Würfel. „Die Konsequenz daraus wäre: Es werden maximal 200 der bislang 400 Standorte bis 2013 gefördert – und nur noch halb so viele Jugendliche erreicht.“

Zukunft von fast 400 Projektstandorten ungewiss

Das Programm „Stärken vor Ort“ wird ganz eingestellt. Für die Programme „Kompetenzagenturen“ und „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ steht für
eine weitere Förderung bis zum Jahr 2013 nur noch die Hälfte der Mittel zur Verfügung. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zurzeit die Weiterführung für alle 204 „Kompetenzagenturen“ sowie 192 Koordinierungsstellen der „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ höchst ungewiss ist – zumal auch Mittel aus der Arbeitsförderung ab 2011 nicht mehr zur Kofinanzierung genutzt werden können. Auch die wichtige fachliche Begleitung der Programmstandorte durch die ESF‐Regiestelle wird voraussichtlich nicht fortgesetzt.

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit fordert deshalb die Bundesregierung auf, die geplanten Einschränkungen bei der Förderung zurückzunehmen, so dass die beiden Programme weiterhin in vollem Umfang fortgesetzt werden können. „Damit junge Menschen trotz Benachteiligung erst die Schule und dann eine Ausbildung bewältigen, sind Bund, Land und Kommune sowie freie Träger und Wirtschaft gleichermaßen gefragt“, erklärt Würfel. „Die 400 Projektstandorte brauchen deshalb auch weiterhin eine umfassende Unterstützung. Ohne die Förderung des Bundes und der Länder werden viele Standorte ihre Arbeit einstellen müssen.“

Quelle: Pressemitteilung Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

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