Berufsbildungsbericht: Damit Ausbildung für alle gelingt, braucht es endlich eine Ausbildungsgarantie

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Am 11. Mai 2022 legte das Bundesbildungsministerium den diesjährigen Berufsbildungsbericht vor. Der Bericht belegt: Es gibt keinen Grund zum Aufatmen, denn die Corona Pandemie hat den Ausbildungsmarkt immer noch im Griff. Junge Menschen am Übergang in den Beruf sind von den Krisen Auswirkungen besonders betroffen. Bestehende Passungsprobleme und strukturelle Verwerfungen auf dem Ausbildungsmarkt verstärkten sich weiter. Jugendliche mit Unterstützungsbedarf wurden kaum erreicht und viele laufen Gefahr, ohne Berufsabschluss zu bleiben. Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit und die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. bekräftigen daher ihre Forderung, die Teilhabe und Ausbildung aller jungen Menschen endlich zu sichern!

Ein Blick in die Ausbildungsberichterstattung

  • Im letzten Jahr haben 677.000 junge Menschen eine Ausbildung begonnen, in den Übergangsbereich sind 228.000 Schulabgänger*innen gewechselt und 488.000 sind mit dem Ziel eine Hochschulberechtigung zu erlangen im Schulsystem verblieben. 
  • Das Angebot der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsstellen ist mit 536.200 um 42.200 im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 geschrumpft; gleichzeitig ist die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden um 78.200 Personen zurückgegangen. 
  • Von den 433.500 Bewerber*innen, die sich bei der Bundesagentur für Arbeit 2021 ausbildungssuchend meldeten, haben tatsächlich nur knapp 200.000 (46 Prozent) eine Ausbildung begonnen. 
  • Zum Ende des Beratungsjahres 2021 waren noch 111.000 Bewerber*innen auf Ausbildungssuche, davon fanden nur 43.200 eine Alternative, 67.800 blieben unversorgt. 
  • Der Anteil an jungen Erwachsenen zwischen 20 und 34 ohne abgeschlossene Berufsausbildung ist weiter gestiegen und liegt bei 15,5 Prozent. 

Endlich die Ausbildungsgarantie umsetzen

Vielfach ist gar nicht bekannt, wo die sogenannten unversorgten Bewerber*innen verbleiben und wie es für sie weitergeht. Es besteht ein hohes Risiko, dass sie ohne Berufsabschluss bleiben. Daher fordert Tom Urig, Geschäftsführer der BAG KJS und Sprecher des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit, endlich die Ausbildungsgarantie zu realisieren. Um allen Jugendlichen den erfolgreichen Übergang in die Ausbildung zu ermöglichen, muss die Jugendsozialarbeit gestärkt werden. Das gelingt, in dem aufsuchende sowie niedrigschwellige arbeitsweltbezogenen Angebote und das sozialpädagogisch begleitete Jugendwohnen ausgebaut werden. 

Über den Berufsbildungsbericht

Mit dem Berufsbildungsbericht kommt das Bundesbildungsministerium seinem gesetzlichen Auftrag nach, die Entwicklung in der beruflichen Bildung kontinuierlich zu beobachten und der Bundesregierung jährlich zum 15. Mai Bericht zu erstatten. Ein ausführlicher Datenreport ergänzt den Berufsbildungsbericht. Das Bundesinstitut für Berufsbildung gibt diesen heraus. 

Quelle: BMBF; BIBB; Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit; BAG KJS 

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