Nachdrücklicher Appell des Bundesjugendkuratoriums (BJK): Das BJK ruft Politik, Schulen und die Kinder- und Jugendhilfe dazu auf, Maßnahmen an der Individualität der Kinder und Jugendlichen auszurichten und ihnen gegenüber eine positive Grundhaltung einzunehmen. Undifferenzierte Äußerungen zur „Ausländerkriminalität“ zum Beispiel „junge Menschen mit Migrationshintergrund sind generell gewaltbereiter“ machen Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte zu gesellschaftlichen Außenseitern. Einen differenzierteren Ansatz fordert das BJK auch für die Kinder- und Jugendforschung. Viele Studien weisen einseitig auf kulturelle Unterschiede hin und bauen damit Gegensätze auf, statt das Verhalten und die Einstellungen von Kindern und Jugendlichen mit den sozialen Bedingungen des Aufwachsens in Bezug zu setzen. Kinder und Jugendliche sollten, so die Forderung des BJK, in allen gesellschaftlichen Bereichen als individuelle Persönlichkeiten mit vielen Eigenschaften und verschiedenen Zugehörigkeiten betrachtet werden. Sie müssen in allen Feldern gesellschaftlicher Teilhabe repräsentiert sein. Kinder und Jugendliche – ob mit oder ohne Migrationsgeschichte – sind Teil des „Wir“ sie sind Teil der deutschen Gesellschaft.