Ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen legt Bericht über die Verletzung von Menschenrechten von Menschen mit Behinderung vor: Der Bericht mit dem Titel „Für Selbstbestimmung, gleiche Rechte, Barrierefreiheit und Inklusion.“ ist der sogenannte Schattenbericht der Zivilgesellschaft als Ergänzung und Gegendarstellung zu Einschätzungen der Bundesregierung. Im Bericht wird aufgezeigt, dass die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland vielfach verletzt werden.
Der Bericht stellt dar, dass nur 29 Prozent der Kinder mit Behinderungen die Allgemeine Schule besuchen, besonders betroffen sind behinderte Kinder mit Migrationshintergrund. Viele Menschen mit Behinderungen können ihren Wohnort und die Wohnform nicht frei bestimmen und müssen gegen ihren Willen in Einrichtungen leben. Auf dem Arbeitsmarkt sind sie mit 14,8 Prozent doppelt so häufig arbeitslos wie nichtbehinderte Menschen. Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind zwei- bis dreimal häufiger als nichtbehinderte Frauen von sexueller Gewalt betroffen. Die Liste der Beispiele ist lang. In erster Linie hat das Bündnis den Bericht für den zuständigen Üerwachungsausschuss der Vereinten Nationen verfasst. Dennoch haben die Bündnispartner den Bericht auch an Tom Koenigs, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages übergeben und machen ihn der Öffentlichkeit zugänglich. Gerade im Wahljahr 2013 soll die Öffentlichkeit davon erfahren, wie unzureichend die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland umgesetzt wird.