Autor: Silke Starke-Uekermann

Langzeitarbeitslosen jungen Menschen Chancen eröffnen – ein Überblick

Über 8.300 junge Menschen in Bayern sind laut einer Studie im Auftrag der LAG Jugendsozialarbeit Bayern durch die sozialen Sicherungssysteme nicht mehr oder nur sehr schwer erreichbar. Schätzungen für das gesamte Bundesgebiet belaufen sich nach einer Studie des DJI im Auftrag der Vodafone-Stiftung auf 20.000 junge Menschen, die aus allen Hilfestrukturen herauszufallen drohen. Geringe bis gar keine Qualifizierung und lange Zeiten von Arbeitslosigkeit sind nur zwei der Merkmale dieser Gruppe junger Menschen. Angesichts dieser Lebenslagen junger Menschen wird sich die Arbeit mit und für benachteiligte junge Menschen ändern müssen: Zuweisungen in Maßnahmen durch Arbeitsagenturen und Jobcenter, niedrigschwellige Beratungsangebote, ja, alle Maßnahmen und Angebote mit einer „Komm“-Struktur erreichen diese jungen Menschen nicht. Neben einer verstärkten aufsuchenden Form der Jugendsozialarbeit bedarf es gerade für die genannte Gruppe eines langen Atems und der dementsprechenden finanziellen Förderung.

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Duale Ausbildung unter Druck – Ländermonitor berufliche Bildung 2015

Wie leistungsfähig und chancengerecht ist die berufliche Bildung in Deutschland? Unter dieser Fragestellung untersucht der Ländermonitor berufliche Bildung die Ausbildungssysteme der 16 Bundesländer im Vergleich. Das Ergebnis: die duale Ausbildung ist unter Druck. In allen Bundesländern sinkt sowohl das Angebot an Ausbildungsplätzen als auch die Anzahl der Bewerber/-innen für einen Ausbildungsplatz. Jugendliche mit maximal einem Hauptschulabschluss und Jugendliche ohne deutsche Staatsbürgerschaft haben es dabei besonders schwer einen Ausbildungsplatz zu finden. Allerdings unterscheiden sich ihre Chancen zwischen den Bundesländern erheblich.

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Gelingt so die inklusive Schule: Das Rügener Inklusionsmodell

Im Zeitraum 2010 bis 2014 fand auf der Insel Rügen ein Modellversuch zur Entwicklung und Erprobung eines inklusiven Förderkonzepts für Schülerinnen und Schüler mit einem besonderen Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und emotional-soziale Entwicklung statt. Bisherige Beschulungsformen wie Diagnoseförderklassen (DFK), Sprachheilgrundschulklassen und Lese-Rechtschreibklassen bzw. Leseintensivmaßnahmen oder Förderschulklassen wurden nicht mehr eingerichtet, stattdessen wurde versucht, alle Kinder mit besonderen Förderbedarfen in der jeweils wohnortnahen Grundschule angemessen zu fördern. Das dabei auf Rügen erprobte Konzept basiert auf dem US-amerikanischen Response to Intervention-Ansatz, der die Elemente Mehrebenenprävention, evidenzbasierte und datengeleitete Praxis miteinander verbindet. Dieser Ansatz gilt international als wissenschaftlich bewährt. Das Rügener Inklusionsmodell (RIM) bzw. das Praxisprojekt Präventive und integrative Schule auf Rügen (PISaR) ist der erste flächendeckende Versuch der Nutzung des RTI-Ansatzes in Deutschland.

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