Ausbildungsbilanz 2019: Noch 73.700 Jugendliche ohne Ausbildungsstelle

Die Bundesagentur für Arbeit hat ihre Ausbildungsbilanz 2019 veröffentlicht. Durchweg mit einem positiven Tenor. Doch blickt man genauer in die Statistiken – wirft sozusagen einen Blick hinter die Kulissen – stehen aktuell rund 73.700 junge Menschen ohne Ausbildungsstelle da. 49.200 von ihnen sind in sogenannten Alternativen eingemündet: haben sich für einen weiteren Schulbesuch entschieden, ein Praktikum begonnen oder ein Studium aufgenommen. Aber sie alle erhalten ihren Wunsch nach einer betrieblichen Ausbildung aufrecht. Demgegenüber stehen 53.100 unbesetzte Ausbildungsstellen.

Ausbildungsbilanz 2019 – regionale und branchenspezifische Unterschiede

Regional betrachtet waren in Süddeutschland, im Saarland, in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sowie in Hamburg deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Im Gegensatz dazu fehlten betriebliche Ausbildungsstellen vor allem in Berlin, aber auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen.

In einigen Berufen ist die Chance auf eine Ausbildungsstelle deutlich höher als in anderen. So fehlten Bewerberinnen und Bewerber vor allem in vielen Handwerksberufen wie in der Herstellung und im Verkauf von Fleisch- und Backwaren oder in Bau- und baunahen Berufen (z. B. Klempnerei, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder Energietechnik), in Hotel- und Gaststättenberufen, aber auch in der Mechatronik und Automatisierungstechnik. Im Gegensatz dazu gab es viel weniger Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber zum Beispiel in der Tischlerei, im Kfz-Verkauf und in der Kfz-Technik, in Büro- und Verwaltungsberufen oder in der medizinischen Fachassistenz.

Der DGB moniert, dass mit dem Frisörhandwerk, dem Lebensmittelhandwerk und der Gastronomie und Hotellerie vor allem in Branchen unbesetzt blieben, in den Azubis seit Jahren über einen rüden Umgangston und mangelnde Qualität der Ausbildung klagen würden.

Eine Zusammenfassung der Situation auf dem Ausbildungsmarkt liefert der Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit; DGB

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