Das Armutsrisiko von Frauen liegt weiterhin deutlich über dem der Männer – darauf machten der Deutsche Caritasverband (DCV), der Katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit (IN VIA) und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) aufmerksam. „Armut hat oft ein weibliches Gesicht“, so das Fazit der Verbände. „Armut beginnt für Frauen sehr häufig dann, wenn familiäre Konstellationen die eigene Berufsbiografie behindern, oder die Entlohnung so niedrig ist, dass sie auch bei Alleinstehenden für eine eigenständige Existenzsicherung nicht ausreicht.

Frauen tragen weiterhin den deutlich höheren Anteil an Sorge- und Pflegeaufgaben. Elternzeiten und die Pflege von Angehörigen führen dazu, dass Frauen gar nicht, nur in Teilzeit oder in Minijobs erwerbstätig sind. Eine eigenständige wirtschaftliche Existenz und eine auskömmliche Rente können sie damit nicht erwirtschaften. Bei Krankheit und Tod des Partners sowie nach Trennungen führt dies für sie oft in finanzielle Not.

Armutsrisiko von Frauen zu minimieren

Um das Armutsrisiko von Frauen zu minimieren fordern die Verbände, die Bezahlung in den Sorge- und Pflegeberufen, in denen zumeist Frauen tätig sind, deutlich anzuheben, die Steuerklasse V abzuschaffen und das Ehegüterrecht zu einer Errungenschaftsgemeinschaft zu verändern. Da der berufliche Wiedereinstieg von Frauen ist immer noch durch tradierte Rollenbilder in Betrieben und in Familien erschwert, bräuchte es gezielte Unterstützungsmodelle. Dazu gehört für DCV, IN VIA und SkF, dass vollzeitnahe oder Vollzeiterwerbstätigkeit für Mütter und die Übernahme von Leitungsaufgaben auch in Teilzeit aktiv gefördert werden.

Quelle: BAG KJS