Antidiskriminierungsbeauftragte: Bedarf an Beratung steigt

Die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, beobachtet einen verstärkten Anstieg der Anfragen bei Beratungsstellen. Ataman erklärte gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA): „Diskriminierungen nehmen in Deutschland zu, so scheint es.“ Die jüngsten Berichte des Recherchezentrums Correctiv hätten gezeigt, dass in rechtsextremen Kreisen explizit dazu aufgerufen werde, Menschen mit Migrationshintergrund zu diskriminieren; mit der Folge, dass sie sich hier nicht wohl fühlen. Für die Bundesbeauftragte ist das schockierend und menschenverachtend. Aber es passe zu ihrer Beobachtung, dass in letzter Zeit die Anfragen an Beratungsstellen stark gestiegen sind.

Menschen zu entwürdigen, löst keine Probleme

Nach Angaben von Ataman steigt die Zahl gemeldeter Fälle rassistischer Diskriminierungen seit mehreren Jahren. Sie rechnet damit, dass sich dieser Trend fortsetzt. Dazu trage auch das politische Klima bei. Wer ‚mehr Abschiebungen‚ als Lösung auf die politische Agenda setze, spiele den Rechtsextremisten und ihren Deportationsfantasien in die Hände.

Verantwortliche demokratischer Parteien würden sich dieser Tage gegenseitig mit Forderungen nach möglichst entwürdigenden Abschreckungsmethoden für Asylsuchende überbieten. Geflüchtete zu entwürdigen, löse aber keine Probleme, mahnte Ataman. Im Gegenteil setze es einen Ton und befördere Rassismus. Und der treffe in diesem Land alle, die mitgemeint seien, deren Zugehörigkeit in Frage gestellt würde.

Quelle: KNA

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