Editorial zum Newsletter vom 09.09.2026

Die Ausgabe des Newsletters vom 15.07.2026 bietet Rückblicke und Einblicke zur Arbeit und zu den Themen im Netzwerk der BAG KJS.

Liebe Leser*innen,

zwischen Reformdruck, Sparzwang und neuen politischen Weichenstellungen stellt sich eine zentrale Frage: Was ist uns ein gutes Aufwachsen wert?

Das Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz (KJHSRG) steht vor der parlamentarischen Beratung. Gleichzeitig werden Sozialleistungen unter Spardruck neu ausgerichtet, während Fragen von Sicherheit und staatlichen Befugnissen neu verhandelt werden.

Die geplante Strukturreform verspricht Zukunftsfähigkeit und Teilhabe. Sie droht zugleich genau diese Ansprüche zu schwächen. Der Entwurf bleibt hinter dem Anspruch einer konsequent inklusiven Kinder- und Jugendhilfe zurück. Der Vorstand der BAG KJS bezieht dazu klar Stellung und lehnt insbesondere die geplante Vorrangregelung der Jugendsozialarbeit gegenüber den Hilfen zur Erziehung ab: Jugendwohnen ist keine Erziehungshilfe light.

Silke Starke-Uekermann ordnet die geplante Sozialstaatsreform und die Entwicklungen beim Unterhaltsvorschuss ein. Michael Scholl blickt auf die geplanten Befugnisse des Verfassungsschutzes und den möglichen Einsatz Jugendlicher als V-Leute.  Auch für die Jugendmigrationsdienste sind die Zeiten bewegt. Franziska Baumgarten beschäftigt sich mit den aktuellen Herausforderungen der JMD und blickt auf ihre Zukunftsperspektiven. Wie es um die mentale Gesundheit junger Menschen in Ausbildung steht, zeigt mein Blick auf aktuelle Studien der DGB-Jugend, der Bertelsmann Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Praxiserfahrungen aus dem Modellvorhaben Mental Health Coaches beschreibt die Abschlusspublikation, die Erfahrungen und Erkenntnisse bündelt. Sie gibt Einblicke in Ansätze der zugänglichen Prävention. Herausgegeben wird die Publikation im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

Zum Abschluss der Hinweis auf die Abschlusstagung des Projektes „Schule-ohne mich!? – neue Entwicklungen und Handlungsanforderungen bei Schulabsentismus“ von IN VIA Deutschland am 25. November 2026 von 10:30 bis 16:00 Uhr in Frankfurt am Main. Das von der BAG KJS geförderte Projekt stellt zentrale Erkenntnisse aus zwei Projektjahren und Perspektiven für die weitere Nutzung der Ergebnisse vor. Hier geht es zur Anmeldung.

Eine anregende Lektüre wünscht

Özlem Tokyay

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Jugendsozialarbeit

 

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