Auf der Website diskriminierung-melden.de sind inzwischen 4.400 Einträge erfasst worden. Die gemeldeten Diskriminierungen bezögen sich vor allem auf den Arbeits- und Wohnungsmarkt, aber auch auf Behörden, Bildungseinrichtungen und die Polizei, teilte NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) mit. Am häufigsten werde der Arbeitsmarkt als Ort für Diskriminierungserfahrungen genannt. Falle eine Behörde, eine Kommune oder ein Verein auf der Meldeplattform durch häufige Vorwürfe auf, werde das auf politischer Ebene thematisiert.

Erfassung dient der Beobachtung, nur ausnahmsweise greift eine Servicestelle ein

Die Internetseite wird vom Anti-Rassismus Informations-Centrum (ARIC) betrieben und vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Laut Stamp dienen die gesammelten Daten internen Zwecken der fünf Servicestellen für Antidiskriminierungsarbeit in NRW. Die Meldungen würden anonym erfasst, intern ausgewertet und zur Beobachtung gesellschaftlicher Entwicklungen genutzt. Die erfassten Fälle seien keine direkten Beschwerdefälle. Nur bei einer konkreten Beauftragung durch das vermeintliche Diskriminierungsopfer könnten die Servicestellen im Einzelfall aktiv werden.

Das ARIC in NRW ist seit über 20 Jahren eine praxisorientierte Anlaufstelle für antirassistisches Engagement und hat es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, engagierte Menschen und Initiativen in ihrer Arbeit gegen Diskriminierung und Rassismus auf vielfältige Weise zu unterstützen. Ziel sei es, Maßnahmen und Regelungen zur Gleichstellung gegen rassistische Diskriminierung in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft zu etablieren.

Quelle: KNA