Abschlussbericht des JUGEND für Europa-Evaluationsvorhabens ‘(Anti-)Rassismus als Schwerpunkt von JUGEND-Begegnungsprojekten’ von Dr. Helle Becker (Essen): ” … Angefangen hat alles mit der Frage: „Welche Defizite weisen internationale Jugendbegegnungen mit antirassistischem Schwerpunkt in der Praxis auf und wie kann man sie beheben?“ … JUGEND für Europa hat zunächst Datenbänke durchforstet, Projektanträge, Schlußberichte und andere Dokumentationen entsprechender Begegnungsprojekte durchgesehen, um dann später 18 Projektträger in Einzelinterviews intensiv nach ihren Konzeptionen, Erfahrungen und Ergebnissen der Begegnungen zu befragen. Schwerpunkt der Untersuchung waren Projekte der Aktion 1 – ‘Jugendbegegnungen’. Darin solche Projekte, die zwischen Anfang 2000 und Mitte 2002 stattgefunden haben und in deren Projektantrag als Hauptthema „Kampf gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit“ angegeben worden war. Ziel war es herauszufinden, wie es um die Wirksamkeit antirassistischer Begegnungsprojekte bestellt ist. Herausgekommen ist ein Spektrum unterschiedlicher Ansatzpunkte zur Optimierung bestehender und zukünftiger Fortbildungsangebote in der Antirassismusarbeit. Beispielsweise zeigte sich, wie schwierig es ist, (Anti-)Rassismus begrifflich klar zu umreißen … Während manche Projektverantwortlichen stark individualistisch mit den jungen Menschen arbeiten und Rassismus als Haltung definieren, behandeln andere mehr die strukturelle Seite des Problems, meist im Kontext politischer Jugendbildung. Die verschiedenen Ebenen antirassistischer Jugendbildungsarbeit in internationalen Jugendbegegnungen scheinen dabei nicht allen aktiven Akteuren klar zu sein, vom EU-Aktionsprogramm JUGEND sind sie auch nicht klar definiert. Häufig setzen die Projektträger einen bestimmten Aspekt der Antirassismus-Arbeit um, entsprechend der von ihnen gewählten Zielgruppe wie Flüchtlingen, tendenziell rechtsextremen Jugendlichen oder gemischtethnische Gruppen vor Ort. Vielen Trägern ist diese Einschränkung wohl bewusst, daher haben sie auch Interesse signalisiert, ihre Kenntnisse, insbesondere der Methodik, gründlich zu erweitern. Spezifisch antirassistische Methoden und Lernziele in internationalen Jugendbegegnungen wurden von den befragten Projektträgern als „schwer zu bestimmen“ beschrieben. So sind zahlreiche methodische Ansätze, die interkulturelles Lernen befördern, zugleich auch einsetzbar in einer spezifisch antirassistischen Jugendbildungsarbeit, beispielsweise im Rahmen internationaler Jugendbegegnungen. … Antirassistische Begegnungsarbeit ist anspruchsvoll, daher wünschen sich die Projektverantwortlichen vor allem eine fachliche Unterstützung bei der Planung und Organisation sowie eine qualitativ hochwertige personelle Ausstattung in Form von qualifizierten und fortgebildeten Teamern, Dolmetschern und Trainern. … ”

http://www.jugendpolitikineuropa.de/themen/rassismus/news-126.html

Quelle: Helle Becker: ‘(Anti-)Rassismus als Schwerpunkt von JUGEND-Begegnungs-Projekten’, Abschlussbericht des Evaluationsvorhabens zum Schwerpunkt ‘Anti-Rassismus’: Untersuchung im Rahmen der Aktion 1 in ‘JUGEND’. Die Evaluation wurde von Dr. Helle Becker (Essen