Studie: Europa gewinnt durch Migration: Insgesamt werde die Arbeitslosigkeit in der erweiterten EU durch Migration sinken ” Die erwartete Wanderung von Arbeitnehmern aus Osteuropa in die alten Mitgliedstaaten der Europäischen Union löst insgesamt positive Wachstumseffekte aus. Diese sind sogar noch größer als die Gewinne, die durch zusätzlichen Handel und Kapitalverkehr im Zuge der EU-Ost-Erweiterung zu erwarten sind. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und der Bocconi-Universität in Mailand in einer Studie, die Herbert Brücker und Tito Boeri ausgearbeitet haben. Danach ist mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der erweiterten EU um 0,2 bis 0,3 Prozent zu rechnen, wenn ein Prozent der Bevölkerung aus dem Osten in den Westen wandert. Ließen sich die Migranten überwiegend in den prosperierenden Regionen des Einwanderungslandes nieder, sei sogar ein BIP-Wachstum um 0,5 Prozent zu erwarten. Diese potentiellen Einkommensgewinne würden jedoch nicht realisiert, da es erhebliche Koordinationsprobleme in der Anwendung der Übergangsfristen und in der Migrationspolitik gebe. Auch seien die potentiellen Wanderungsgewinne nicht gleich verteilt, betonen Brücker und Boeri. Sofern in den Zielländern infolge des vergrößerten Arbeitsangebotes die Löhne nicht sänken, könne dort die Arbeitslosigkeit geringfügig steigen. Insgesamt aber werde die Arbeitslosigkeit in der erweiterten EU durch Migration sinken. Wenn sich die Migranten, wie beispielsweise in Deutschland, in den prosperierenden Ballungszentren niederließen, könne in den Zuwanderungsländern auch die einheimische Bevölkerung durch Migration gewinnen. ” Dazu zwei Pressemitteilungen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vom 31.5 und 1.6.2005: ” Migration steigert Bruttosozialprodukt Die wirtschaftlichen Vorteile der internationalen Migration sind hoch: Herbert Brücker vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Tito Boeri von der Bocconi-Universität in Mailand stellen in einer aktuellen Studie fest, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der erweiterten EU um 0,2 bis 0,3 Prozent steigt, wenn ein Prozent der Bevölkerung aus dem Osten in den Westen wandert. Wenn sich die Migranten überwiegend in den prosperierenden Regionen des Zuwanderungslandes niederlassen, steigt das BIP sogar um 0,5 Prozent. Die Wachstumseffekte der zu erwartenden Ost-West-Wanderungen sind damit höher als die Gewinne, die durch zusätzlichen Handel und Kapitalverkehr im Zuge der Osterweiterung zu erwarten sind. Die Studie wurde beim renommierten Economic Policy Panel in Luxemburg präsentiert und vom DIW Berlin als Diskussionspapier Nr. 481 veröffentlicht. Allerdings sind die Gewinne der Wanderung nicht gleich verteilt. Wenn sich die Löhne nicht an die Veränderung des Arbeitsangebotes anpassen, gewinnt die einheimische Bevölkerung in den Herkunftsländern, während die einheimische Bevölkerung in den Zielländern geringfügig verliert. Die Arbeitslosigkeit wird in der erweiterten EU durch Migration sinken, kann aber in den Zuwanderungsländern geringfügig steigen. Wenn sich die Migranten jedoch, wie beispielsweise in Deutschland, in den prosperierenden Ballungszentren niederlassen, gewinnt auch die einheimische Bevölkerung der Zielländern. Entgegen weitverbreiteten Meinungen erhöhen Sozialleistungen wie Arbeitslosenunterstützung das Einkommen in der erweiterten Gemeinschaft. Dies ist darauf zurückzuführen, dass mit steigenden Sozialleistungen auch die Wanderungsanreize zunehmen. Da der überwiegende Teil der Migranten produktiv tätig ist, führen die höheren Wanderungen zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts. Die potentiellen Einkommensgewinne durch Migration werden jedoch in Europa in den Einwanderungsländern nicht realisiert. Es gibt erhebliche Koordinationsprobleme der EU-Mitglieder sowohl bei der Anwendung der Übergangsfristen bei der Osterweiterung als auch bei der Migrationspolitik gegenüber den Nachbarländern der EU. Diese Regionen werden künftig die wichtigsten Quellen der Migration in Europa sein. Um die Koordinationsprobleme der EU zu überwinden, schlagen Boeri und Brücker eine EU-weite Quote für die Zuwanderung vor, die sich auf Humankapitalkritierien bei der Vergabe von Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen stützt.” Diskussionspapier im Internet unter http://www.diw.de/deutsch/produkte/publikationen/diskussionspapiere/docs/papers/ dp481.pdf ” Übergangsfristen bewirken Umlenkung der Migration nach Großbritannien und Irland 01.06.2005 – Die unterschiedliche Anwendung der Übergangsfristen für die Arbeitnehmerfreizügigkeit in den EU-Ländern führt dazu, dass Arbeitnehmer aus den neuen Mitgliedsstaaten nicht mehr nach Deutschland und Österreich, sondern nach Großbritannien und Irland wandern. Zudem ist die Zuwanderung erheblich geringer ausgefallen als bei einer Einführung der Freizügigkeit in allen Staaten der EU-15 zu erwarten gewesen wäre. Insgesamt kann die Nettozuwanderung aus den acht mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern in die EU-15 auf 100.000 bis 150.000 Personen für das Jahr 2004 geschätzt werden. Damit wurde das Wanderungspotenzial wurde nur zu einem Drittel bis zur Hälfte ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 22/2005. Die Umlenkung und Reduzierung der Migration hat negative volkswirtschaftliche Auswirkungen für die erweiterte Union, da nur eine ungehinderte Migration zu einem Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion um 30 bis 50 Milliarden Euro führen würde. Diejenigen Länder, die sich zuerst für die Zuwanderung öffnen, gewinnen die am besten qualifizierten Arbeitskräfte aus den Beitrittsländern. Das DIW Berlin schlägt deshalb vor, den deutschen Arbeitsmarkt zumindest unter Auflagen für die Zuwanderung zu öffnen. Konjunkturprognosen: Aussagekräftig trotz Unsicherheit In dem aktuellen Wochenbericht des DIW Berlin 22/2005 untersucht das DIW Berlin die Prognosen zahlreicher nationaler und internationaler Institutionen für das Wirtschaftswachstum und den Preisanstieg in Deutschland. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die Prognosen alle vorhandenen Informationen verwenden und nicht systematisch zu hoch oder zu niedrig sind. Bezüglich der Richtung, also ob es mit der Wirtschaft bergauf oder bergab geht, sind die Prognosen informativ, d.h. es lohnt, sich auf die Prognostiker zu hören. Allerdings sind die Fehlermargen relativ hoch und nehmen mit der Länge des Prognosezeitraums zu. Konjunkturprognosen sind unsicher. Die mit der Prognose verbundene Unsicherheit sollte immer angegeben werden. Prognoseinstitutionen sollten zudem ihre Prognoseinstrumente wissenschaftlich nachvollziehbar machen und die Anwendungsbedingungen ihrer Aussagen offen legen.”  

Quelle: http://islam.de/3117.php http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=191934&sid=&aktion=jour_pm&poffset=4426140000191934&quelle