Kirchen rufen zur Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche 2005 auf ” Zum 30. Mal veranstalten die christlichen Kirchen in Deutschland in diesem Jahr die ‘Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche’. Inzwischen habe sich diese Initiative zu einer ‘weithin beachteten bürgerschaftlichen Gemeinschaftsaktion’ entwickelt, so die Vorsitzenden der Kirchen in einem Gemeinsamen Wort. ‘Das Zusammenleben von Einheimischen und Migranten ist besser als sein Ruf’, so der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und Metropolit Augoustinos, Griechisch-Orthodoxer Metropolit von Deutschland. …. An vielen Orten ist das Miteinander von Einheimischen und Zuwanderern schon selbstverständlich: in Betrieben und Kirchengemeinden, in Kindergärten und Schulen, in der Nachbarschaft und in Vereinen. Aber auch die Schwierigkeiten, die das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägung mit sich brächten, dürften nicht verschwiegen werden, so die Kirchenvertreter. Die christlichen Kirchen haben sich von Anfang an ‘darum bemüht, die religiösen und sozialen Bedürfnisse der Zuwanderer ernst zu nehmen’ und den ‘neuen Mitbürgern die Erfahrung von Beheimatung und Geborgenheit zu vermitteln’. ‘Als Christen sind wir davon überzeugt, dass wahre und bleibende Gemeinschaft von Gott her kommt und stets auf Gott hin führen wird, um sich zu vollenden.’ Darauf vertrauten Christen bei dem Bemühen darum, dass das Zusammenleben der Menschen durch wechselseitiges Verstehen und Vertrauen geprägt ist. Die Vorsitzenden laden zur Teilnahme und Mitwirkung an der diesjährigen Aktionswoche ein. ‘In den unterschiedlichsten Formen von gemeinsamen Aktionen, Festen, Vorträgen, Veranstaltungen und Gottesdiensten will sie Begegnungen ermöglichen, Verständnis fördern und Vorurteile überwinden.’ … Zur Eröffnung der 30. „Woche der ausländischen Mitbürger/Interkulturelle Woche“ findet am 25. September in Berlin ein Ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Empfang statt, bei dem Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sprechen wird.” ” Geschichte und Ziele der Woche der ausländischen Mitbürger Die »Woche der ausländischen Mitbürger« ist eine Initiative der christlichen Kirchen in der Bundesrepublik Deutschland, die von Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten, Ausländerbeauftragten und deutsch/ausländischen Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen wird. Der erste »Tag der ausländischen Mitbürger« fand im Jahr 1975 statt. Das Motto lautete damals »Miteinander für Gerechtigkeit«. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach Rechtssicherheit durch ein besseres Ausländergesetz. Bis heute ist das Eintreten für bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Deutschen und Ausländern ein Ziel der »Woche der ausländischen Mitbürger« geblieben. Ein weiteres Ziel war von Anfang an, im persönlichen, nachbarschaftlichen Bereich durch Begegnungen und Kontakte zu einem besseren Verständnis zu kommen und zum Abbau von Vorurteilen beizutragen. Deshalb werden die Informationsveranstaltungen der »Woche der ausländischen Mitbürger« durch Feste und Begegnungen sowie Theater- und Filmvorführungen und Lesungen von ausländischen Künstlerinnen und Künstlern ergänzt. Den christlichen Kirchen ist es in den zurückliegenden Jahren gelungen, die Herausforderungen durch Migration und Flucht im Kontext einer verschärften Ausländerpolitik öffentlich zu machen und auf diese Weise zum Anwalt von Ausländern zu werden, die in Deutschland Zuflucht suchen. Dies hat auch darin Ausdruck gefunden, daß in der »Woche der ausländischen Mitbürger« mit dem Tag des Flüchtlings auf die besondere Problematik von Flüchtlingen hingewiesen wird.” In jedem Jahr findet die »Woche der ausländischen Mitbürger« unter einem bestimmten Motto statt. Das diesjährige Motto lautet: Miteinander Zusammenleben gestalten  Aus dem Gemeinsamen Wort der Kirchen zur Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche 2005 ” In diesem Jahr kann die Bundesrepublik Deutschland ein besonderes Jubiläum begehen: Mit dem Abschluss des deutsch-italienischen Anwerbevertrags am 20.12.1955 wurde ein neues Kapitel in der Migrationsgeschichte unseres Landes aufgeschlagen. Menschen aus vielen Ländern Europas und später auch von außerhalb kamen hierher, um Arbeit und damit auch bessere Möglichkeiten zum Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu suchen. Nicht immer gestaltete sich das Zusammenleben zwischen Migranten und Aufnahmegesellschaft problemlos. Auf beiden Seiten entwickelten sich Gefühle der Fremdheit und Unsicherheit, die teilweise nur schwer überwunden werden konnten. Unsere Gesellschaft musste erst lernen, sich auf die neuen Herausforderungen einzustellen. Von Anfang an haben sich die christlichen Kirchen darum bemüht, die religiösen und sozialen Bedürfnisse der Zuwanderer ernst zu nehmen. Viele Initiativen von kirchlichen Organisationen, Verbänden und Kirchengemeinden, die Beratungsstellen für Migranten und nicht zuletzt die neu gegründeten muttersprachlichen Gemeinden zielten darauf, den neuen Mitbürgern die Erfahrung von Beheimatung und Geborgenheit zu vermitteln.  … Im Herbst 2005 jährt sich die Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche unter der gemeinsamen Trägerschaft der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie zum 30. Mal. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das öffentliche Bewusstsein für die vielfältigen Problemstellungen der Zuwanderung nach Deutschland zu schärfen, die staatlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzumahnen, die eine gleichberechtigte Eingliederung der Migranten in die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Ordnung ermöglichen, in den Gottesdiensten, Aktionen und Veranstaltungen dieser Woche ein gutes Miteinander zwischen Migranten und Aufnahmegesellschaft anzubahnen und einzuüben und dadurch einen notwendigen Impuls zu setzen, damit das Zusammenleben und Zusammenarbeiten in Gerechtigkeit und Solidarität, in Frieden und Toleranz besser gelingen kann. Inzwischen hat sich diese kirchliche Initiative durch die Kooperation mit vielen gesellschaftlichen, sozialen und staatlichen Organisationen, Gruppen und Verbänden zu einer weithin beachteten bürgerschaftlichen Gemeinschaftsaktion entwickelt. Mit Engagement und Kompetenz fördert sie die Integration der Zuwanderer und einen steten Lernprozess in unserer Gesellschaft. Allzu oft werden in unserer Mediengesellschaft nur die Probleme und Konflikte im Zusammenleben von Zuwanderern und Aufnahmegesellschaft wahrgenommen. Deshalb urteilen manche vorschnell, dass das bisherige Integrationsbemühen fehlgeschlagen sei. Demgegenüber dürfen wir dankbar feststellen: Das Zusammenleben von Einheimischen und Migranten ist besser als sein Ruf. An vielen Orten ist es schon selbstverständlich geworden. In Betrieben und Kirchengemeinden, in Kindergärten und Schulen, in der Nachbarschaft und in vielen Vereinen begegnen sich Menschen tagtäglich und gestalten auf ganz natürliche Weise ein vertrauensvolles Miteinander. Freilich bringt das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller oder religiöser Prägung auch Schwierigkeiten mit sich, die nicht verschwiegen werden dürfen. Manche davon könnten allein schon dadurch vermieden oder gemildert werden, dass man mehr voneinander weiß und einander besser kennen lernt. Andere sollten im Geist des gegenseitigen Respekts und des Dialogs einer Lösung näher geführt werden. Letztlich werden solche Konflikte nur durch allseitige Bemühungen in Wahrheit und Liebe überwunden werden können….” Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz Metropolit Augoustinos, Griechisch-Orthodoxer Metropolit von Deutschland Im Rahmen der Interkulturellen Woche finden in Deutschland in vielen Orten Veranstaltungen statt. Das Programm finden Sie auf der Homepage der Interkulturellen Woche oder in den Links im Anschluss. Veranstaltung: ‘Empowerment-Training für die Interkulturelle Praxis’ in der Interkulturellen Woche 2005 Termin / Ort: 26.-30.9.05 /Bad Bevensen Veranstalter: Europäische Akademie Bad Bevensen, Gustav-Stresemann-Institut in Niedersachsen e.V. ” Es handelt sich um ein Mix aus Interkulturellem Training und Konzeptdiskussion  und bietet Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken zwischen Menschen unterschiedlicher interkultureller Arbeitsfelder. Dank der  Förderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung können wir die Woche inklusive Vollverpflegung und Unterkunft im Doppelzimmer für Euro 135,-   anbieten (175,- im EZ), für Studierende und Arbeitslose beträgt die Teilnahmegebühr Euro 107,-. Näheres zum Programm und Anmeldeformular siehe Anlage. Bei Interesse bitte einfach das Anmeldeformular ausgefüllt an info@gsi-bevensen zurückmailen. Mit der daraufhin folgenden schriftlichen Bestätigung ist Ihr/Dein Platz reserviert.” Informationen: Gaby Wiemeyer (Pädagogische Mitarbeiterin), Europäische Akademie Bad Bevensen, Gustav-Stresemann-Institut in Niedersachsen e.V., Tel: 05821/955-114, Mail:gabriele.wiemeyer@gsi-bevensen – Anmeldekarte_D_GSI_neu.rtf – programm_empowerment_lepo_interkulturelle_woche.doc

Homepage
der
Interkulturellen
Woche:
http://www.woche-der-auslaendischen-mitbuerger.de/
Arbeitsstelle
‘Gewalt
überwinden’
der
Nordelbischen
Kirche
http://www.gewalt-ueberwinden.de/kg.root/kd.1126000530.13/kd.1126000530.26/
Kirchliches
Informations-
&
Ehrenamts-Zentrum
Lünen
http://www.kiez-luenen.de/index.php?id=608
Erzbistum
Köln
http://caritas.erzbistum-koeln.de/export/sites/caritas/koeln_cv/migranten/ikw.pdf
Kinder-
und
Jugendbibliothek
Potsdam
http://opac.slb.potsdam.org/kibi/kibi/aktuelle-veranstaltungen.htm
Rohnstock
Biografien,
Bonn,
Ev.
Migrations-
und
Flüchtlingsarbeit
Bonn
http://www.auslaenderarbeit.de/aa/dl-dateien/2005_08_16/Interkultur2005.pdf
Netzwerk
Entwicklungspolitik
im
Saarland:
http://www.agef-saar.de/NES/index.php?site=5&lang=&single=18

Quelle: Pressemitteilung von EKD und Deutscher Bischofskonferenz, Information der Europäischen Akademie Bad Bevensen

Dokumente: programm_empowerment_lepo_interkulturelle_woche.doc