Produktionsorientiertes Lernen für benachteiligte Jugendliche: Produktionsorientiertes Lernen will die Praxis- und Arbeitsmarktferne von Förderstratgien überwinden, indem die Jugendlichen unter betriebsförmigen oder -ähnlichen Bedingungen Produkte und Dienstleistungen erarbeiten, die auf dem Markt ihre Abnehmer finden müssen. Durch ihren hohen Ernstcharakter erhalten produktionsorientierte Lernstrategien ein großes Förderpotenzial für Jugendliche auf ihrem Weg von der Schule in Ausbildung und Erwerbsarbeit. Kennzeichnend für das produktionsorientierte Lernen ist, dass die Teilnehmer/innen einen doppelten Status haben: Zum einen sind sie Adressaten von pädagogischen Leistungen, also Personen, deren Kompetenzen entwickelt und gefördert werden sollen, zum anderen sind sie aber auch Arbeitskräfte, die durch ihre Arbeitsleistungen zum wirtschaftlichen Erfolg der Schülerfirma, der Produktionsschule, der Juniorfirma oder des Jugendhilfebetriebs beitragen müssen. Das Prinzip des produktionsorientierten Lernens wird derzeit in Deutschland für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf im Rahmen von Projekten für unterschiedliche Zielgruppen realisiert.