Ohne qualifizierte Ausbildung „gut“ verdienen? Interessierte können direkt bei der Deutschen Post als Briefträger/-in bzw. Postzusteller/-in einsteigen. Eine vollqualifizierende Ausbildung  soll nicht mehr erforderlich sein. Das passiere berufsbegleitend. Eine Art Schmalspurausbildung. Und von Beginn an soll es soviel Geld geben, wie man als ausgelernte Fachkraft im Regelfall verdient: 2172,- € brutto. Auf diese Weise soll das Problem mit dem Nachwuchs gelöst werden. Immer weniger junge Menschen wollen bei dem Unternehmen in den Beruf starten. Daher will die Deutsche Post das Problem nun mit einer neuen Strategie angehen; so zumindest berichtete die „Bild am Sonntag“ und viele andere Medien. Was dem Konzern kurzfristig helfen mag, erhöht jedoch langfristig die Armutsgefährdung des Einzelnen.

Geld statt Ausbildung?

Die „Bild am Sonntag“ bezieht ihre Informationen aus vertraulichen Konzernunterlagen. Die Post will künftig Schulabgänger direkt als Zusteller anstellen. Die zweijährige Ausbildung als „Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienste“ sei dafür nicht mehr erforderlich. Stattdessen wird laut Zeitungsbericht mit einem wesentlich höheres Gehalt gelockt. Die Zeitung schreibt, dass der Lohn der potenziellen Zusteller bei 2172 Euro liege. Zum Vergleich: Als Auszubildender verdient man bei der Post im ersten Lehrjahr 820 Euro. Im zweiten Lehrjahr wird auf 900 Euro erhöht.

Das neue Vorhaben soll für Vollzeitmitarbeiter gelten. Angeboten werden soll eine berufsbegleitende Qualifizierung mit Einarbeitung und besondere Schulungen. Ihr Wissen und Können sollen die neuen Mitarbeiter/-innen nach drei Monaten in einem internen Test  beweisen. Wer diesen erfolgreich besteht, soll die Job-Bezeichnung „zertifizierter Zusteller“ erhalten. Der klassische Ausbildungsweg soll bei der Post trotzdem bestehen bleiben. Die Frage ist nur, für wie lange noch

Quelle: Bild am Sonntag