„Offene Kinder- und Jugendarbeit setzt sich für die Interessen und Bedarfe aller jungen Menschen ein, für Mädchen und Jungen, für junge Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten, verschiedener kultureller und religiöser Milieus, für junge Menschen mit und ohne Behinderung und unterschiedlicher sozialer Schichten.“

So beginnt das Positionspapier des Kooperationsverbundes offene Kinder- und Jugendarbeit, das  – ausgehend von einer Fachtagung in Mannheim 2018 – von vielen Kolleg*innen aus der Praxis in kommunaler und freier Trägerschaft, auf lokaler, Landes- und Bundesebene sowie der Wissenschaft entwickelt und formuliert wurde. Der Kooperationsverbund Offene Kinder- und Jugendarbeit hat sich im März 2016 gegründet, um eine bessere Sichtbarkeit und Vertretung des Feldes insbesondere auf Bundesebene zu sichern und eine bundesweite Plattform für die fachliche Auseinandersetzung, Diskussion und Weiterentwicklung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland zu schaffen. Ergebnis eines solchen Diskussionsprozesses ist die Festlegung einer gemeinsamen Ausgangsposition, die mit dem Positionspapier nun vorliegt und als Einladung zu weiteren Diskursen zu verstehen ist.

Offene Kinder- und Jugendarbeit als ein Raum für gelebte Demokratie

In sieben (fach)politischen Forderungen werden Ziele und Gelingensbedingungen der offenen Jugendarbeit formuliert: „Die vielfältigen Zielgruppen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit brauchen für ein entsprechend differenziertes Angebot im Hinblick auf Lebenslagen, Themen und (Zeit)-Ressourcen eine stabile räumliche, personelle und finanzielle Ausstattung. Die Möglichkeit, unterschiedliche Gruppen ansprechen zu können, eröffnet auch Raum für eine Begegnung dieser Gruppen und kann zu einer entsprechenden Vergemeinschaftung und Entwicklung von Toleranz und Akzeptanz beitragen.“  Auch die sozialräumliche Dimension sei zentral: „Kennzeichen einer erfolgreichen Offenen Kinder- und Jugendarbeit sind nicht möglichst viele Angebote, Vorzeigeprojekte oder Großevents, sondern die Unterstützung, Sichtbarkeit und Realisierung der Interessen und die Möglichkeit zur Einmischung und Mitwirkung unterschiedlicher junger Menschen im Sozialraum. In diesem Sinne liegt der Fokus auch auf einer Erweiterung von Aneignungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen im öffentlichen Raum, auch außerhalb von Jugendeinrichtungen. Offene Kinder- und Jugendarbeit kann hier als Teil eines Netzwerkes und in Kooperation mit anderen Akteuren im Sozialraum den Dialog zwischen jungen Menschen und anderen Interessengruppen im Sozialraum fördern, Konflikte konstruktiv schlichten mit dem Ziel der Weiterentwicklung einer demokratischen Gemeinschaft.“

Quelle: KV OKJA