Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ ist der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Mit ihm übernimmt ein Bischof die Leitung, der seit vielen Jahren klar für soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und die Rechte junger Menschen eintritt.
Als früherer Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen steht Wilmer für eine Kirche, die soziale Realität ernst nimmt: Armut, Wohnungsnot, Bildungsungleichheit und gesellschaftliche Spaltung sieht er nicht als Randthemen, sondern als zentralen Auftrag kirchlichen Handelns. Seine konsequente sozialethische Orientierung stärkt jene, die im Alltag mit jungen Menschen arbeiten, deren Chancen begrenzt sind und die weiterhin auf Unterstützung angewiesen bleiben.
Besonders wertvoll für die Jugendsozialarbeit ist Wilmers klare Haltung zu Einwanderung, Vielfalt und Menschenrechten. Sein weltkirchlicher Hintergrund und sein Einsatz für Geflüchtete und marginalisierte Gruppen zeigen: Er versteht Einwanderung als Bestandteil einer pluralen Gesellschaft – nicht als Herausforderung allein, sondern als Aufgabe, Verantwortung und Bereicherung. Damit setzt er ein wichtiges Zeichen für junge Menschen mit Einwanderungsbiografie, die in vielen Feldern weiterhin Benachteiligungen erfahren.
Kirchenpolitisch steht Wilmer für Dialogbereitschaft, Offenheit und einen glaubwürdigen Reformwillen. Er verbindet theologische Klarheit mit der Bereitschaft, Konflikte offen anzusprechen, Verantwortung zu übernehmen und Brücken zu bauen. Für die BAG KJS ist dies ein ermutigendes Signal: Junge Menschen brauchen eine Kirche, die sich ihnen zuwendet, ihre Lebenslagen sieht und ihnen zutraut, Zukunft zu gestalten.
Die katholische Jugendsozialarbeit kann der weiteren Entwicklung mit dem neuen Vorsitzenden erwartungsvoll entgegensehen – hin zu einer Kirche, die solidarisch, zugewandt und mutig in Gesellschaft und Politik wirkt.
Autor: Tom Urig



