Ein Kopftuchverbot für Minderjährige? – Für und Wider

„Den Kopf frei haben!“ – Unter diesem Motto positionierte sich die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes bereits 2017 für ein gesetzliches Verbot des Kopftuches bei Minderjährigen. Diese Forderung wird auch mit prominenter Unterstützung verbreitet und bekannt gemacht. Gegen ein solches Verbot spricht sich das Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik aus. Ein gesetzliches Kopftuchverbot stelle einen starken Eingriff in die Selbstbestimmung junger Menschen dar, führe zu weiteren Eingriffen in ihre Lebensbedingungen und Teilhabechancen und legitimiere die schon bestehende Diskriminierung kopftuchtragender Musliminnen.

Das Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik bezieht dagegen mit der Unterstützung von über 100 Erstunterzeichnenden von Universitäten, Hochschulen und Institutionen der Bildung und Sozialen Arbeit deutlich Position und will der Debatte auch eine pädagogisch-fachliche (und nicht nur Menschenrechtsorientierte) Grundlage geben.

Einrichtungen und Verbände der Bildung und Sozialen Arbeit können sich mit der Unterzeichnung dieser Stellungnahme öffentlich dieser Position anschließen. Senden Sie dafür eine Mail an webmaster@rassismuskritik-bw.de. Die Möglichkeit der Unterzeichnung besteht voraussichtlich bis Juni 2019. Die Stellungnahme mit ausführlicher Begründung und den Namen der Erstunterzeichnenden finden Sie unter www.rassismuskritik-bw.de/nein-zum-kopftuchverbot/.

Terre des Femmes hat aufgrund der Migrationspolitischen Stellungnahme erneut die eigene Position bekräftigt.

Quelle: Terre des Femmes; Netztwerk Rassismuskritische Migrationspolitik

Ähnliche Artikel

Das Bild zeigt einen dunkelbraunen Richterhammer, der vor einem geöffneten Buch zu sehen ist. Das Buch ist in seinem Querschnitt abgebildet. Der Hintergrund ist dunkelblau.

Kritik an geplanter Reform des SGB II

Der Bundestag berät in den ersten Wochen des Jahres 2026 den Umbau des Bürgergeldes in eine Grundsicherung. Die Bedingungen für Beziehende staatlicher Leistungen sollen verschärft

Zum Inhalt springen