Bundesprogramm Respekt Coaches: Bundesregierung streicht 15 Millionen bei der Prävention von Rechtsextremismus und Rassismus

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Das Programm Respekt Coaches ist bei den Jugendmigrationsdiensten angesiedelt und wurde zunächst mit 21 Mio. Euro jährlich aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes finanziert. Im Mai des vergangenen Jahres beschloss das Kabinett, das Programm „Respekt Coaches“ um 15 Mio. Euro aufzustocken. Damit wurde eine konkrete Maßnahme aus einem ganzen Katalog von Vorhaben zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus umgesetzt. Die pädagogische Arbeit und die Primärprävention sollten mit diesen Mitteln gezielt ausgeweitet und gestärkt werden. Diese Aufstockung wurde im Kabinettsbeschluss für die Folgejahre bis 2024 festgeschrieben und in einer Pressemitteilung verkündet. Die Träger des Respekt Coaches Programms erhielten 2021 entsprechende Fördergelder aus dem BMFSFJ und konnten bundesweit weitere Standorte eröffnen, mehr Kooperationen mit Schulen eingehen und neue Mitarbeiter*innen einstellen. Aktuell scheint diese politische Zusage revidiert zu sein. Der Haushalt für das laufende Jahr sowie die Planungen für 2023 sehen das Geld nicht vor. Aber nicht nur die Respekt Coaches mit ihren gut 400 Standorten sind betroffen. Auch für andere Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus fehlt das Geld im Haushalt. Für die Träger des Programms, Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V., Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit, Arbeiterwohlfahrt und Internationaler Bund völlig unverständlich. Bereits Anfang April stellten die vier Bundesorganisationen eine Anfrage an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bis heute blieb diese unbeantwortet. Eine Chance auf ein klärendes Gespräch wurde damit vertan. Frau Paus, wie geht es jetzt weiter? Was sind Ihre Pläne?

Wirksamkeit der Respekt Coaches belegt

Die wissenschaftliche Begleitung hat eindrucksvoll belegt, dass das Programm eine hohe Wirksamkeit erzielt. Die Covid19-Pandemie zeigt nach über zwei Jahren die Notwendigkeit des Programms. Verringerung der sozialen Interaktionen und damit verbundene Aushandlungsprozesse schwächen demokratiefördernde Kompetenzen. Besonders das Aushandeln unterschiedlicher Meinungen und Standpunkte sowie Überprüfen von Fake News und Verschwörungen leisten einen wichtigen Beitrag zur eigenständigen Meinungsbildung von Jugendlichen, die durch das Programm gefördert werden.

Gegen Extremismus – für den Frieden

Auch jetzt in Zeiten des Krieges in Europa beweist das Programm seinen Wert: In Schulen wird über den Krieg in der Ukraine, Ungerechtigkeit, die Demokratie und die Idee einer europäischen Gemeinschaft angeleitet diskutiert. Unsere Fachkräfte leisten mit dem Programm einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den sozialen Frieden in Deutschland!

Die Kürzung der Mittel im Bundesprogramm Respekt Coaches ist fachpolitisch ein völlig falsches Signal, finden die Trägergruppen. Es steht im klaren Gegensatz zu den Ankündigungen des Koalitionsvertrages (S. 124), Demokratie aktiv zu fördern und Rechtsextremismus auf allen Ebenen zu widerstehen.

Quelle: BAG KJS

 

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