Berufsbildungsbericht 2021: Corona-Pandemie wirkt sich deutlich auf den Ausbildungsmarkt aus

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Auch wenn die Rückgänge am Ausbildungsmarkt nicht ausschließlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind, bedeuten die starken Rückgänge im Jahr 2020 eine noch nie dagewesene Herausforderung. Schon vor Corona hatte das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit Blick auf die sinkende Zahl der Schulabgängerinnen und -abgänger sowie des anhaltenden Trends zu höheren Bildungsabschlüssen Rückgänge bei Angebot und Nachfrage sowie bei der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge prognostiziert. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Pandemie maßgeblich das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland, und damit auch die Ausbildungssituation, bestimmt. Der Ausbildungsmarkt hat erhebliche Einbußen zu verkraften. Das machen der Berufsbildungsbericht sowie der ergänzende Datenreport unmissverständlich klar. Erstmals seit Beginn der dualen Ausbildung wurden in Deutschland weniger als 500.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit warnt, dass ein geringeres Ausbildungsplatzangebot insbesondere die Situation von jungen Menschen ohne oder mit niedrigen Schulabschlüssen und erhöhtem Unterstützungsbedarf verschärfe. Hier sei dringend ein erweitertes Angebot von außerbetrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten gefordert. Der Verbund bekräftigt seine Forderung nach einer Ausbildungsgarantie, die u. a. auch der DGB unterstütz. Als Konsequenz ihrer Berichterstattung zu Jugendarmut macht sich die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. seit langem für eine rechtlich verankerte Ausbildungsgarantie stark. In seinem Kommentar zu der brenzligen Situation auf dem Ausbildungsmarkt, erläutert Ludger Urbic, Fachreferent im Netzwerk der BAG KJS, die Forderung.

So entwickelt sich der Ausbildungsmarkt – Zahlen und Daten

  • Im Vergleich zum Vorjahr sank das Ausbildungsangebot 2020 um 50.700 Stellen (-8,8 %) auf 527.400.
  • Die Zahl der jungen Menschen, die eine Ausbildungsstelle nachfragten, verringerte sich um 53.000 (-8,9 %) auf 545.700.
  • Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt nahmen zu, auch weil viele Maßnahmen zur Berufsorientierung und zur Zusammenführung von Angebot und Nachfrage nicht oder nur eingeschränkt stattfinden konnten.
  • In der Folge fiel die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2020 deutlich niedriger aus als im Jahr zuvor. Mit 467.500 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen wurden 57.600 Verträge (-11,0 %) weniger abgeschlossen als 2019. Der Rückgang fiel somit höher aus als während der Weltfinanzkrise zwischen 2008 und 2009 (-52.000 bzw. -8,4 %).
  • Bei den schulischen Ausbildungsgängen im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen ist dagegen ein Zuwachs von 2,7 % auf 193.500 zu beobachten.
  • Die Anzahl der unversorgten Bewerber*innen, die weder eine Ausbildung noch in eine Alternative eingemündet sind, ist mit 29.300 zum Vorjahr noch einmal sehr deutlich um 4.800 angestiegen (+19,7%).

Quelle: BIBB; Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit; DGB

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