Autor: Silke Starke-Uekermann

Internationale Mobilität ist höher als erwartet

Auszubildende und Berufsfachschüler aus Deutschland sind beruflich wesentlich mobiler als bisher angenommen. Das geht aus einer neuen Studie im Auftrag der „Nationalen Agentur Bildung für Europa“ beim Bundesinstitut für Berufsbildung hervor. Laut den Ergebnissen haben von 2007 bis 2009 rund 23.500 junge Menschen in der Erstausbildung jährlich ein Praktikum oder einen vergleichbaren Lernaufenthalt im Ausland absolviert – das sind 50 Prozent mehr als bisher angenommen. Die jungen Menschen sehen in der Auslandsmobilität einen großen Mehrwert für ihre berufliche und persönliche Entwicklung. Dieser besteht vor allem in der Verbesserung der internationalen Fachkenntnisse, der interkulturellen Kompetenzen und der Fremdsprachenkenntnisse. Das Bundesministerium ist mit dem EU-Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI und den bilateralen Austauschprogrammen in der beruflichen Bildung dabei Hauptmotor für internationale Mobilität in der Erstausbildung. Mit deutlich über 10.000 geförderten Auslandsaufenthalten jährlich fallen im Untersuchungszeitraum etwa 45 Prozent der Mobilitätsmaßnahmen in den Verantwortungsbereich des Ministeriums. Es würden sich noch mehr Betriebe an Mobilitätsmaßnahmen für Auszubildende beteiligen, wenn diese in den Schulferien stattfinden würden und teilweise auf den Jahresurlaub angerechnet werden könnten.

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Instrumente reformieren – nachhaltig Integration schaffen

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit veröffentlicht seine aktuelle Stellungnahme zum Gesetzentwurf „Leistungssteigerung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“. Wie schon bei vorangegangen Instrumentenreformen, nimmt er darin erst allgemein zum aktuellen Gesetzentwurf und danach zu konkreten Regelungen Stellung. Im Fokus der Positionierung steht die Fördersituation junger Menschen, die auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Grundlage unserer Bewertungen und Vorschläge sind die umfassenden Erfahrungen in der praktischen, bundesweiten Umsetzung der bisherigen Instrumente und Maßnahmen im SGB II und III durch die Träger der Jugendsozialarbeit, die zudem durch eigene Expertisen und Untersuchungen des Kooperationsverbundes vertieft und ausgewertet wurden. Der Kooperationsverbund begrüßt grundsätzlich das Anliegen, die arbeitsmarktpolitischen Instrumente passgenauer und effizienter zu gestalten, bewertet aber den vorliegende Gesetzentwurf kritisch, weil er diesem Anliegen – besonders bezogen auf die Verbesserung der Chancen junger Menschen – in weiten Teilen nur unzureichend gerecht wird.

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Unzureichende (Berufs)Bildung kostet den Staat rund 1,5 Millarden Euro

Bertelsmann Stiftung legt Studie über Folgekosten unzureichender Bildung und Ausbildungslosigkeit vor:
seit rund zwei Jahrzehnten reicht das Angebot an Ausbildungsplätzen nicht aus, um alle Jugendlichen zu versorgen. Viele ausbildungswillige Jugendliche schaffen den Einstieg in eine Berufsausbildung nicht. Jahr für Jahr verlassen circa 150.000 junge Menschen das Bildungs- und Ausbildungssystem ohne einen Abschluss. Rund 1,5 Millionen 25- bis 34-jährige verfügen heute in Deutschland weder über einen Ausbildungsabschluss noch ein Abitur. Angesichts der Wissen- und Dienstleistungsgesellschaft mit ihrer permanenten Weiterentwicklung, verlieren schlecht ausgebildete Menschen zunehmend an Boden, laufen Gefahr, ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten zu können, sind drei- bis viermal häufiger von Arbeitslosigkeit bedroht. Für die öffentliche Hand entstehen Folgekosten dieser unzureichenden Bildung.
Bund, Länder und Kommunen entgehen Lohnsteuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge und Einzahlungen in die sozialen Sicherungssysteme. Im Falle von Arbeitslosigkeit oder zu geringem Einkommen werden staatliche Transferzahlungen geleistet.

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Mehr Mut zu klaren Konzepten – Jahresgutachten Migration 2011

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) veröffentlichte sein Jahresgutachten. Das Migrationsgutachten 2011 richtet den Blick nach innen und außen zugleich. Vor internationalem Hintergrund bewertet es die Migrationspolitik in Deutschland. Der SVR fordert in der Hauptsache mehr Mut zu klaren Konzepten. Er stellt der Zuwanderungspolitik ein besseres Zeugnis als in der Vergangenheit aus, hält diese aber nicht für ausreichend zukunftsfähig. Die Steuerung der Zuwanderung sieht der SVR als reformbedürftig an und schlägt ein Drei-Säulen-Modell der Zuwandererförderung vor: (1) Senkung der Mindesteinkommensgrenze für ausländische Fachkräfte von derzeit 66.000 Euro auf ca. 40.000 Euro Jahresbrutto. (2) Forcierte „Bleibepolitik“ gegenüber internationalen Studierenden als ideale Zuwanderergruppe. (3) Einführung eines flexiblen Punktesystems. Es soll ein befristeter Modellversuch sein mit anschließender Evaluation, zunächst begrenzt auf den MINT-Bereich. Der SVR stellt fest, dass die Politik den Migrationsrealismus in der Bürgergesellschaft unterschätzt. Das Gutachten belegt auch eine überraschend hohe Zustimmung zu einer verstärkten Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden. Politik sollte die Einsicht der Bürger in Sachen Migration nicht länger unterschätzen.

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