Autor: Silke Starke-Uekermann

Zukunftsmodelle der Beruflichen Bildung

Die gegenwärtige Diskussion um Fachkräftemangel, Flexibilisierung oder Europäisierung von Beruflicher Bildung fordert Reformen und bringt neue Modelle hervor: Jedoch gibt es keine grundsätzliche Zweifel am dualen System. Es genießt höchste Akzeptanz bei allen Akteuren. Modelle, Konzepte, Leitbilder oder Visionen der aktuellen Diskussion beziehen sich auf das duale System. Allerdings gibt es eine große Anzahl junger Menschen, die an der Schwelle zu diesem System scheitern. Welche Möglichkeiten bieten nun Zukunftsmodelle der Beruflichen Bildung wie „Dual mit Wahl“ des DIHK, das „Berufsbaukastensystem“ bzw. „Karrieremodell“ des DHKT, die „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ und die Projekte der Jobstarter Initiative oder der Reformvorschlag der Grünen „Dual-Plus“? Die Bundesarbeitsgemeinschaft örtlich Regionaler Träger der Jugendsozialarbeit (BAG ÖRT) hat dies zum Anlass genommen, gemeinsam mit der Universität Erfurt die Tragfähigkeit der unterschiedlichen Modelle im Hinblick auf Benachteiligte zu untersuchen. Dabei kommt eine Expertise zu der ernüchternden Erkenntnis, dass kaum eines der Reformmodelle die Bedarfe der Zielgruppe der Jugendsozialarbeit in den Blick nimmt.

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Berufliche Integration von Förderschülern/-innen

Obwohl die UN-Konvention für die Rechte von Behinderten inklusive Bildung vorsieht, werden in Deutschland 80% der Kinder und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf außerhalb der Regelschule unterrichtet. Das Deutsche Jugend Institut (DJI) untersuchte die Chancen und Risiken eines solch „exklusiven“ Förderkonzepts im Hinblick auf die berufliche und soziale Integration. Diese qualitative Untersuchung macht deutlich, dass der Übergang in Ausbildung oder eine Vorbereitung darauf weniger von den Schülerinnen und Schülern selbst oder den Lehrkräften gesteuert wird, als vielmehr von der Arbeitsagentur. Da die Ausschlussoptionen wie etwa BvB, Eintritt in ein Berufsbildungswerk oder das Absolvieren von kooperativen bzw. integrativen Ausbildung von der Arbeitsagentur eingeleitet und bezahlt wird, kommt der Agentur eine zentrale Steuerungsfunktion zu.

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