Die Bundeskanzlerin und die CDU wollen für alle Bundesländer ein zweigliedriges Schulsystem einführen. Der CDU Bundesvorstand will am heutigen Montag einen Antrag zur Bildungspolitik beschließen, der die Abschaffung der Hauptschule bzw. eine Zusammenlegung der Haupt- und Realschule vorsieht. Kritik an diesem Vorhaben kommt nicht nur von der Schwesterpartei, sondern auch vom Philologen- und Lehrerverband. Zur Verbesserung des Bildungssystems kursieren derzeit viele Ideen und Reformvorschläge. Häufig verbunden mit der Frage, ob nicht alles besser würde, wenn die Gesamtverantwortung beim Bund läge. Was auch immer der CDU-Bundesvorstand beschließen wird, mit der Abschaffung der Hautschule, sind nicht auch gleichzeitig die Hauptschüler und -schülerinnen abgeschafft. Den Fragen, welches die grössten Behinderungen für die Entwicklung des deutschen Bildungssystems sind? Welche Entwicklungsmöglichkeiten bereits unter den gegebenen verfassungsrechtlichen Bedingungen bestehen? Und welche Entwicklungsmöglichkeiten eine Aufhebung des Kooperationsverbotes nach Art. 104b, GG eröffne? geht eine Expertise von Prof. Dr. Jürgen Oelkers (Universität Zürich) im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung und Robert Bosch Stiftung nach. Als gelingenden Ansatz künftiger Zusammenarbeit – zwischen allen drei Ebenen Bund, Ländern und Kommunen – macht der Autor das Projekt „Lernen vor Ort“ des Bundesbildungsministeriums aus. Das Projekt verstärke die kommunale Zusammenarbeit, schaffe lokale „Bildungslandschaften“, die gemeinsame Ziele von Bund, Ländern und Kommunen verfolgen. Hier kann der Bund Bildung fördern, ohne in die föderative Hoheit der Länder und damit „innere „Schulangelegenheiten einzugreifen. Der Schlüssel zum Bildungserfolg sei die individuelle Förderung, nicht die Uniformität.