Der Deutschen Wirtschaft fällt es nach wie vor schwer, alle offenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Und immer noch finden nicht alle ausbildungsinteressierten Jugendlichen eine Stelle. Auch wenn der Abwärtstrend bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen vorerst gestoppt ist, bleibt die Nachwuchssicherung für Unternehmen eine große Herausforderung. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befragte rund 12.500 Unternehmen zur Ausbildungssituation.

Die wichtigsten Ergebnisse der Unternehmensbefragung

  • Das richtige Matching bei der Besetzung von Ausbildungsstellen bleibt schwierig. In rund jedem dritten Betrieb (32 Prozent) blieben 2018 Ausbildungsplätze unbesetzt.
  • Mehr Engagement in der Berufsorientierung ist notwendig. Nahezu die Hälfte aller Betriebe (47 Prozent) gibt an, dass realistische Berufsvorstellungen der Jugendlichen ihnen das Ausbilden erleichtern würden. Die Berufsorientierung sollte daher ausgebaut werden und praxisorientierter sein.
  • Bessere Zusammenarbeit mit Berufsschulen gewünscht. Für 37 Prozent der Betriebe würde eine noch bessere Zusammenarbeit mit ihrer Berufsschule das Ausbilden erleichtern. Jedoch stellt ein Drittel der Betriebe zu weite Entfernungen zur Berufsschule fest. Gewünscht werden neue, innovative Wege wie virtuelle Klassenzimmer und flexible Klassengrößen.
  • Auswirkungen der Digitalisierung: Für 77 Prozent der Betriebe sind IT-Kenntnisse der Jugendlichen in Zukunft ein wichtiges Einstellungsstellungskriterium. Auch Kommunikationsfertigkeiten, strukturiertes Arbeiten und selbständiges Handeln gewinnen bei der Einstellung von Azubis an Bedeutung.
  • Integration von Geflüchteten wird zunehmen gelebte Praxis. Rund 16 Prozent der Unternehmen bilden derzeit Geflüchtete aus. Besonders im Bereich der Gastronomie, dem Bau- und Verkehrsgewerbe haben die Betriebe ihr Ausbildungsengagement von Geflüchteten ausgebaut. Jedoch sind ausreichende Deutschkenntnisse erforderlich, um ein Scheitern der Ausbildung zu vermeiden.

Quelle: DIHK