Aktionsgemeinschaft fordert Geflüchtete dezentral unterzubringen

Die Situation in den Zentralen Unterbringungseinrichtungen in NRW ist für Kinder und Jugendliche traumatisierend und gefährdend. Mehrbettzimmer, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und die Benutzung der Sanitäranlagen von vielen Personen bieten derzeit nicht die notwendigen Hygienestandards. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Euskirchen wurden bereits 48 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Kinder und Jugendliche sind in dieser Situation nicht nur von einer Ansteckung mit dem Coronavirus bedroht. Am 19.03.2020 setzte das Land NRW per Erlass die Zuweisung von Asylsuchenden in die Kommunen aus. Dadurch bleiben die ohnehin geringen Teilhabechancen an Bildung, Förderung und Freizeitangeboten noch länger eingeschränkt. Das will die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW nicht länger hinnehmen. In einem Appell fordert das Bündnis von der Landesregierung, es umgehend zu ermöglichen, dass Kinder, Jugendliche und Familien mit Kindern, unabhängig von ihrer Bleibeperspektive, in die Kommunen zugewiesen und dezentral in Wohnungen untergebracht werden! Mit Blick auf junge Geflüchtete seien menschen- und kinderrechtskonformen Lebensbedingungen sowie Teilhabechancen zu schaffen.

Die Aktionsgemeinschaft kritisiert auch die Situation an den europäischen Außengrenzen scharf. Insbesondere die etwa 7.000 Kinder und Jugendlichen im Flüchtlingslager in Lesbos seien von körperlicher und sexualisierter Gewalt, Erkrankung und Traumatisierung bedroht. Über 1.000 von ihnen seien zudem als „Unbegleitete Minderjährige“ auf sich allein gestellt. Vor diesem Hintergrund wirke das wochenlange und zähe Ringen der Bundesregierung über die Aufnahme von lediglich 47 (!) unbegleiteten Minderjährigen am 18.04.2020 geradezu zynisch.

Quelle: Aktionsgemeinschaft, Junge Flüchtlinge NRW

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