Jugendarbeitslosigkeit wächst

Die Jugendarbeitslosigkeit steigt laut Bundesagentur für Arbeit (BA) wieder an. Mit Blick auf das gesamte Jahr 2025 bilanziert die BA: Die Arbeitslosigkeit hat sich 2025 in allen Altersgruppen erhöht. Die stärkste prozentuale Zunahme gab es bei den Jüngeren bis 25 Jahren, deren Arbeitslosenzahl jahresdurchschnittlich um 8 Prozent auf 273.000 gestiegen ist.

Die Arbeitslosenquote der Jüngeren lag im Jahr 2025 bei 5,7 Prozent. Deutlich wird bei der Auswertung der Statistiken ein Ost-West-Gefälle. Während die Quote im Westen bei etwa 5 Prozent liegt, sind rund 8 Prozent der U25-Jährigen im Osten arbeitslos. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt auf, dass regionale Unterschiede u. a. mit Abschlussquoten, Passungsproblemen am Ausbildungsmarkt und regionaler Stellenlage zusammenhängen; seit 2022 steigt die Jugendarbeitslosigkeit insgesamt wieder spürbar.

Junge müssen meist zuerst gehen

Die Zeit berichtete Anfang Januar über die Lage in Sachsen. Der Leiter der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Klaus-Peter Hansen, erläutert, dass ein genauerer Blick hinter die Zahlen zeige: die Struktur der Arbeitslosigkeit ist anders als vor zehn Jahren. „Wir haben wesentlich mehr Menschen ohne Berufsabschluss und deutlich mehr Menschen mit Migrationshintergrund“, bilanziert Hansen. Es brauche mehr Zeit, um diese Menschen in Arbeit zu bringen – etwa durch Qualifizierungen und Sprachkurse.

„Die Arbeitslosigkeit hat wieder einmal ein sehr junges Gesicht“, betont Hansen. Wenn Unternehmen Jobs abbauen, müssten meist diejenigen zuerst gehen, die am kürzesten dabei sind. In Sachsen sei aktuell etwa jeder zehnte arbeitslose Mensch jünger als 25 Jahre.

JU macht sich Sorgen um gut Ausgebildete

Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, fordert aktuell eine Debatte über Jugendarbeitslosigkeit. Ihm geht es jedoch weniger um die Personen, die Klaus-Peter Hansen nennt: junge Menschen ohne Berufsabschluss oder mit Einwanderungsgeschichte. Winkel beschäftigen gut ausgebildete junge Menschen, die nach dem Abschluss mit Perspektivlosigkeit konfrontiert werden. Die Zahl der arbeitslosen Akademiker*innen sind für ihn ein Beispiel. Die Politik dürfe junge Menschen nicht im Stich lassen, fordert der JU-Vorsitzende und warnt: Es drohe eine Abwanderung junger Menschen in einem noch höheren Maße als in den vergangenen Jahren.

Text: Michael Scholl

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