Leipziger Erklärung zu Europäischem und Internationalem Jugendaustausch

Mit der „Leipziger Erklärung zur Europäischen und Internationalen Jugendarbeit“ fordern die Fach- und Förderstellen der Europäischen und Internationalen Jugendarbeit die neue Bundesregierung zum Handeln auf. Junge Menschen müssten in den Mittelpunkt der Politik gestellt und der internationale Jugendaustausch intensiv ausgebaut werden. Nur so könne eine Zukunft in Frieden und Demokratie gewährleistet werden. Außerdem sollte bis 2030 jeder junge Mensch in Deutschland eine mehrtägige europäische oder internationale Austauscherfahrung machen können, heißt es in der Erklärung.

Zum 80. Gedenktag anlässlich des Endes des Zweiten Weltkrieges herrscht mitten in Europa seit dem Februar 2022 Krieg in der Ukraine. Die diversen globalen Krisen, gesellschaftlichen Umbrüche und Spannungen der jüngsten Zeit stellen insbesondere für junge Menschen enorme Belastungen dar: repressive Autokratien weltweit nehmen zu, während Demokratien zunehmend unter Druck geraten. Die Folgen des Klimawandels, einer alternden Gesellschaft und globale Fluchtmigrationsbewegungen wirken sich merklich auf unsere Gesellschaften aus. Auch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die vor allem für junge Menschen mit starken Einschränkungen verbunden war, sind dabei noch längst nicht vergessen.

Die Fach- und Förderstellen der Europäischen und Internationalen Jugendarbeit machen sich daher stark, junge Menschen ins Zentrum der Politik zu rücken und ihnen Möglichkeiten und Räume zu bieten, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Sie fordern die Bundesregierung dazu auf, den Ausbau und eine bedarfsgerechte Förderung des Jugendaustauschs in den Koalitionsvertrag aufzunehmen. Junge Menschen bräuchten gute Möglichkeiten zur europäischen und internationalen Begegnung und zum interkulturellen Lernen. Nur auf diese Weise könne Resilienz entwickelt und populistischer Hetze entschieden entgegengetreten werden.

Stärkere Förderung internationaler Jugendarbeit

Aufgrund steigender Kosten bei gleichzeitig stagnierenden Fördermitteln brauche es mehr Planungssicherheit sowie eine bedarfsgerechte Finanzierung für die europäische und internationale Jugendarbeit. Die Bundesregierung müsse sich dafür einsetzen, dass der mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen Kommission ab 2028 den Jugendaustausch ausbaue.

Die Fach- und Förderstellen weisen auf die Bedeutung des Engagements junger Menschen für Frieden und Demokratie hin: „Grenzüberschreitender Jugendaustausch hat nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend dazu beigetragen, dass junge Generationen Werte wie Menschenrechte, Verständigung und Frieden verinnerlichten. Heute sind es tausende engagierte Fachkräfte und Organisationen, die Mobilität, Begegnung und interkulturelles Lernen ermöglichen – oft unter schwierigen Bedingungen und mit viel ehrenamtlichem Einsatz. Ihre Arbeit schafft Verbindungen über Grenzen hinweg und fördert internationale Zusammenarbeit, Vertrauen und Selbstwirksamkeit in einer Welt im Wandel.“ Gefordert wird daher, dass internationaler Austausch und Begegnungen für alle jungen Menschen möglich sein müssen. „Europäische und Internationale Jugendarbeit stärkt die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, eröffnet neue Horizonte und trägt zu Chancengerechtigkeit bei. Sie ist ein Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen und gelebte Demokratie“, sind sich die Autor*innen des Papiers sicher.

 

Autorin: Mareike Klemz

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