OECD-Veröffentlichung „Bildung auf einen Blick“

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OECD-Veröffentlichung „Bildung auf einen Blick“ Auszüge aus den wesentliche Aussagen der Ausgabe 2005 der jährlich erscheinenden Publikation Education at a Glance / Bildung auf einen Blick: Erklärung der Einteilung in verschiedene Bildungsbereiche: Der Primarbereich ist die Grundschulausbildung, der Sekundarbereich II die schulische Ausbildung bis zur 10. Klasse, der Sekundarbereich II, umfasst die gymnasiale Oberstufe an allgemeinbildenden Gymnasien, beruflichen Gymnasien, Gesamtschulen sowie den Fachoberschulen, Berufsfachschulen und die Berufsausbildung im Dualen System. Mit tertiärem Bildungsbereich Typ A bezeichnet man die Hochschul- und Fachhochschulausbildung gemeint, Typ B sind weiterführende berufliche Ausbildungen. ” Mit ihrer Publikation bietet die OECD ein aktuelles Werk zu wichtigen bildungspolitischen Fragen an. Es verzeichnet Veränderungen in den verschiedenen Bildungssystemen der Mitgliedsstaaten, weist auf neue Entwicklungen hin und gibt Hinweise auf die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Bildungssysteme. Dadurch ermöglicht Bildung auf einen Blick den beteiligten Staaten eine Einschätzung, wo ihre Bildungssysteme im internationalen Vergleich stehen. Deutschland sieht in internationalen Vergleichen wesentliche Orientierungshilfen bei der Bewältigung nationaler bildungs-politischer Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat sich Bildung auf einen Blick in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bezugspunkt für die bildungspolitische Diskussion in Deutschland entwickelt. Ab dem Jahr 2006 wird auf Initiative von Bund und Ländern zudem regelmäßig ein nationaler Bildungsbericht erstellt, der die Entwicklungen in Deutschland detaillierter darstellen wird. Wie in den Vorjahren werden in Bildung auf einen Blick 2005 internationale Vergleichskennzahlen zu Bildungsbeteiligung und zu Investitionen in die Bildung nach Bildungsstufen und -bereichen dargestellt. Auch Indikatoren zu Bildung und Beschäftigung haben mittlerweile einen festen Platz in Bildung auf einen Blick. Die in diesen Bereichen verwendeten Basisdaten stammen aus den Jahren 2002 und 2003. Darüber hinaus werden in Bildung auf einen Blick 2005 Analysen der aktuellen PISA-Studie 2003 aufgegriffen, die im Zu-sammenhang mit den Strukturdaten zu einem tieferen Verständnis der im Dezember letzten Jahres veröffentlichten Ergebnisse beitragen. Einige für Deutschland wichtige Befunde aus Bildung auf einen Blick 2005 werden im Folgenden vorgestellt. … Durch die gezielte Förderung von benachteiligten Gruppen kann noch weiteres Potenzial genutzt werden. Um bspw. die Bildungschancen von Kindern aus Migrantenfamilien zu erhöhen, investieren Bund und Länder 12,5 Mio. € in eine bessere Sprachförderung. Darüber hinaus haben die Länder umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um bildungsbenachteiligte Kinder stärker zu fördern, insbesondere Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. … Bildungsbeteiligung Eine gut ausgebildete Bevölkerung ist sowohl für die gegenwärtige als auch die zukünftige wirtschaftliche und soziale Ent-wicklung eines Landes von entscheidender Bedeutung. Hohe Studienanfängerquoten und eine hohe Bildungsbeteiligung im Tertiärbereich tragen zur Entwicklung und zum Erhalt einer hochqualifizierten Bevölkerung im Allgemeinen und Erwerbs-bevölkerung im Speziellen bei. Eine Ausbildung im Tertiärbereich ermöglicht bessere Beschäftigungschancen und ein höheres Einkommen. Zahl der Studienanfänger weiter gestiegen Im Tertiärbereich A nahmen im Jahr 2003 in Deutschland 36 % eines Altersjahrgangs ein Studium auf, während es im Durchschnitt aller OECD-Staaten 53 % waren. Niedrigere Studienanfängerquoten als in Deutschland finden sich lediglich in Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Mexiko und der Türkei. Die anderen OECD-Staaten verfügen über teilweise beträchtlich höhere Quoten in Finnland, Norwegen, Schweden, Polen, Ungarn, Australien und Neuseeland sind es mehr als zwei Drittel. … Um aber auch die absolute Anzahl von Absolventen in diesen Fächern auf einem entsprechenden Niveau zu halten, wird es vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung notwendig sein, größeren Anteilen eines Altersjahrgangs ein Hochschul-studium zu ermöglichen. Die demographische Entwicklung ist in Deutschland wie auch in anderen OECD-Staaten von einem gravierenden Rückgang der jüngeren Bevölkerung geprägt. Mögliche negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Sinne eines Fachkräftemangels können teilweise durch eine höhere Qualifizierung kompensiert werden. In den OECD-Staaten ist die Anzahl der Schüler und Studierenden im Tertiärbereich zwischen 1995 und 2003 um 45 % angewachsen, in Deutschland um 4 %. Geringere Zuwächse verzeichnen nur Frankreich (3 %) und Österreich, wo die Anzahl sogar um 4 % zurückgegangen ist. Die geringe Zunahme in Deutschland ist im Wesentlichen der demographischen Entwicklung geschuldet. … In Deutschland ist es aber insgesamt gelungen, den demographisch bedingten Rückgang durch eine gestiegene Bildungs-beteiligung zumindest zu kompensieren. … Insgesamt ist daher darauf zu achten, die Möglichkeiten für eine weiter steigende Bildungsbeteiligung der Bevölkerung zu sichern und auszubauen. Der zu erwartende Rückgang in den Jahrgangsstärken in Deutschland wird weitere Anstrengungen erforderlich machen, um die Attraktivität einer tertiären Ausbildung und damit das Angebot an hoch qualifizierten Fachkräften zu sichern. Wirtschafts- und Arbeitsbeziehungen werden durch die wachsende internationale Verflechtung immer stärker beeinflusst. Der generelle Trend zur Freizügigkeit von Kapital und Waren und die zunehmende Öffnung der Arbeitsmärkte in den OECD-Staaten hat die Nachfrage nach international vergleichbaren Bildungsangeboten verstärkt. … Bildungsausgaben Deutliche Unterschiede bei den Bildungsausgaben in den unterschiedlichen Bildungsbereichen Der Anteil der gesamten Bildungsausgaben am BIP betrug in Deutschland wie im Vorjahr 5,3% und lag somit unter dem OECD-Ländermittel von 5,8 %. Die Bildungsausgaben je Schüler/Studierenden steigen vom Primar- zum Tertiärbereich an. Dies ist eine Gemeinsamkeit aller OECD-Staaten. Auffällig ist aus deutscher Sicht, dass Deutschland im Primarbereich und im Sekundarbereich I deutlich unter dem OECD-Durchschnitt liegt, im Sekundarbereich II jedoch darüber. So werden in Deutschland im Primarbereich je Schüler 4.537 US-$ (2002) aufgewendet. Das sind im Verhältnis zum BIP pro Kopf 17 % und damit deutlich weniger als der internationale Durchschnitt von 5.313 US-$ oder 20 %. Besonders hohe Anteile am BIP pro Kopf wurden von der OECD für Italien (27 %) sowie Dänemark und Portugal (je 26 %) ausgewiesen. Im Sekundarbereich I liegen die Ausgaben je Schüler in Deutschland bei 5.667 US-$. Im Verhältnis zum BIP pro Kopf sind das 21 %. Auch dieser Wert liegt unter dem OECD-Mittel von 6.089 US-$ (23 %). Im Verhältnis zum BIP pro Kopf wird der Sekundar-bereich I am stärksten in Portugal (36 %) gefördert, gefolgt von Österreich und Finnland (je 29 %). Im Sekundarbereich II, also der gymnasialen Oberstufe an allgemeinbildenden Gymnasien, beruflichen Gymnasien, Gesamt-schulen sowie den Fachoberschulen, Berufsfachschulen und der Berufsausbildung im Dualen System, liegt der Anteil der Ausgaben je Schüler/ Auszubildendem am BIP pro Kopf in Deutschland bei 9.835 US-$ oder 37 % (OECDMittel 28 %). Höhere Anteile sind lediglich in der Schweiz (46 %) zu verzeichnen. An den Fachschulen, Fachhochschulen und Hochschulen des Tertiärbereichs in Deutschland werden 10.999 US-$ je Schüler/ Studierendem ausgegeben. Im Verhältnis zum BIP pro Kopf sind das 41 %. Hierbei bestehen jedoch deutliche Unterschiede zwischen dem Tertiärbereich B – u. a. Fachschulen und Schulen des Gesundheitswesens – mit 22 % und dem Tertiärbereich A – Universitäten und Fachhochschulen mit 44 %. Deutschland liegt somit beim Tertiärbereich A um zwei Prozentpunkte über dem OECD-Mittel (42 %), während es im Tertiärbereich B deutlich darunter (29 %) liegt. Im OECD- Durchschnitt werden 10.655 US-$ bzw. 43 % für den Tertiärbereich ausgegeben. Die stärksten Anstrengungen für den Tertiärbereich im Verhältnis zum BIP pro Kopf unternehmen die Schweiz (73 %), die Vereinigten Staaten (57 %) und Schweden (56 %). Ein deutlich anderes Bild ergibt sich für den Tertiärbereich jedoch, wenn die teilweise erheblichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht mit einbezogen werden. Hier zeigt sich die starke Forschungsorientierung der deutschen Hochschulen. Die Ausgaben pro Schüler/Studierenden im Tertiärbereich ohne Forschungsanteil im Verhältnis zum BIP pro Kopf betragen 25 %. Sie liegen damit sowohl unter dem entsprechenden OECD-Mittel, das bei 34 % liegt, als auch unter dem Anteil der Ausgaben pro Schüler/Auszubildenden des deutschen Sekundarbereichs II. Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben an den öffentlichen Gesamthaushalten leicht gestiegen Der Anteil der öffentlichen Ausgaben für Bildung als Anteil an den öffentlichen Gesamtausgaben ist in Deutschland seit 1995 geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 9,8 % im Jahr 2002 gestiegen. Im OECD-Mittel betrug der Anstieg einen vollen Prozent-punkt von 11,9 auf 12,9 %. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass im Jahr 2002 das Ganztagsschulprogramm der Bundes-regierung mit einem Gesamtvolumen von 4 Mrd. Euro und die Programme der Länder zur Qualitätsentwicklung in den Schulen noch nicht angelaufen waren. Hinzu kommt die von der Bundesregierung angeregte und im Juni 2005 zwischen Bund und Ländern vereinbarte Exzellenzinitiative zur Profilbildung der Universitäten mit einem Gesamtvolumen von 1,9 Mrd. Euro. Die Angaben zu öffentlichen Ausgaben für Bildung dürften daher zukünftig, wenn auch dieser Zeitraum abgebildet wird, höher ausfallen. Gute öffentliche Unterstützung für Schüler und Studierende Leistungsfähige Bildungssysteme müssen für talentierte Menschen unabhängig von deren finanziellen Voraussetzungen offen stehen, damit diese gerechte Chancen haben, ihre Begabungen weiter zu entwickeln. Der Anteil der finanziellen Hilfen an den öffentlichen Bildungsausgaben für die Bereiche unterhalb des Tertiärbereichs beträgt in Deutschland im Jahr 2002 5 % und liegt damit über dem OECD-Durchschnitt von 3,4 %. … Bildung und Beschäftigung Beschäftigungschancen steigen mit Qualifikation Der Zusammenhang zwischen Bildung und Beschäftigungschancen ist in den letzten Jahren in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Die Erwerbstätigenraten nach Bildungsabschluss – das sind Erwerbstätige gemessen an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter mit entsprechendem Bildungsabschluss – sind ein Indikator für den unmittelbaren Nutzen einer Aus-bildung. Die Wahrscheinlichkeit erwerbstätig zu sein steigt in der Regel mit der Höhe des Bildungsabschlusses. Durch einen Vergleich der Erwerbstätigenraten der Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen mehrerer Jahre wird auch die zeitliche Entwicklung dieses Vorteils ersichtlich. Im Jahr 2003 lag in Deutschland die Erwerbstätigenquote der 25- bis 64-Jährigen mit Abschluss einer Hochschule oder Fach-schule (Tertiärbereich) bei 83 %, wobei deutliche Unterschiede bei Männern und Frauen bestehen. Während die Erwerbs-tätigenrate der Männer bei 86 % liegt, sind von den Frauen lediglich 78 % erwerbstätig. Die Unterschiede in den Erwerbstätigenquoten zwischen Männern und Frauen werden mit steigendem Bildungsstand geringer. So beträgt in Deutschland die Differenz zwischen den Erwerbstätigenquoten bei Personen mit einem Abschluss des Sekundar-bereichs II oder einem postsekundären nicht tertiären Abschluss 9 Prozentpunkte (64 % bei Frauen 75 % bei Männern), bei Personen mit einem höchsten Abschluss unterhalb des Sekundarbereichs II dagegen 18 Prozentpunkte (43 % bei Frauen 61 % bei Männern). … Erfreulich niedrig ist in Deutschland mit 1,8 % der Anteil 15- bis 19-Jähriger, die sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung befinden. Die Kultusministerkonferenz hat ein Bündel von Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Jugendlichen ergriffen, das die Qualitätsentwicklung des Unterrichts, die Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge sowie die Förderung der Berufswahlentscheidung umfasst. Vor allem die Einführung bundesweit geltender Bildungsstandards für den Hauptschul-abschluss und den Mittleren Schulabschluss leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungsreife. In einer 2004 mit der Bundesagentur für Arbeit geschlossenen Vereinbarung ist festgelegt, dass die gemeinsame Berufswahlvorbe-reitung von Schule und Berufsberatung spätestens zwei Jahre vor dem Ende der Schulzeit einsetzt und ein Betriebspraktikum für alle Schülerinnen und Schüler angeboten wird. Damit soll der Anteil 20- bis 29-jähriger Männer ohne Abschluss des Sekundarbereichs II, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind, der gegenwärtig noch 24 % beträgt, gesenkt werden. Das hohe Erwerbslosigkeitsrisiko durch fehlende Abschlüsse stellt für Politik und Sozialpartner eine Herausforderung dar. Durch den Ausbau vollzeitschulischer beruflicher Bildungsgänge haben die Länder in der Vergangenheit bereits viel zur Entschärfung dieses Problems beigetragen, so dass der Mangel an betrieblichen Ausbildungsangeboten teilweise kompensiert werden konnte. Die im Berufsbildungsgesetz kürzlich verbesserten Anrechnungsmöglichkeiten vollzeitschulischer Bildungsgänge werden dazu beitragen, Warteschleifen in der beruflichen Ausbildung zu verringern. Lebenslanges Lernen, Weiterbildung Weiterbildungsbereitschaft steigt mit erreichtem Bildungsstand Das auf der Welt vorhandene Wissen wächst unaufhörlich. Hiermit verbunden ändern sich die Anforderungen der Arbeitswelt an die Menschen stetig. Daher ist es wichtig, dass der Lernprozess nicht mit dem Erwerb einer formalen Qualifikation beendet wird. Vielmehr ist es notwendig, dass der Lernprozess sich über das gesamte Leben erstreckt, dass er zu lebenslangem Lernen wird. Es bestehen jedoch deutliche Unterschiede im Weiterbildungsverhalten unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. Fast für die gesamte OECD sind zwei Tendenzen festzustellen: die Häufigkeit der Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen steigt mit der Höhe des formalen Bildungsabschlusses und sinkt mit zunehmendem Alter. … Hohe Qualität der Angebote ist wesentlich für die Attraktivität und den Nutzen von Weiterbildung. Um die Informationsqualität auf dem Weiterbildungsmarkt zu verbessern und transparenter zu machen, fördert die Bundesregierung Weiterbildungstests der Stiftung Warentest. Zudem entwickeln Bund und Länder gemeinsam ein neues Zertifikat, um die Qualität der Weiterbildung zu testieren. Lernumfeld, Schule Deutsche Lehrergehälter auf hohem Niveau Die im internationalen Vergleich gute Bezahlung in Deutschland macht den Lehrerberuf konkurrenzfähig gegenüber anderen hochqualifizierten Tätigkeiten. Das Einstiegsgehalt eines Lehrers im Primarbereich liegt bei 38.200 US-$, im Mittel aller OECD-Staaten beträgt es lediglich 24.300 US-$. Nur Lehrkräfte in Luxemburg verdienen am Karrierebeginn mit 44.700 US-$ noch besser als ihre Kollegen in Deutschland. Auch nach 15 Dienstjahren liegt das Lehrergehalt im Primarbereich in Deutschland mit 46.200 US-$ um mehr als ein Drittel über dem OECD-Durchschnitt von 33.300 US-$. … Ein Maßstab für die Gehälter und die Kosten pro Unterrichtsstunde ergibt sich, wenn man das Gehalt für einen Vollzeitlehrer in Beziehung setzt zu der Anzahl an Unterrichtsstunden, die er pro Jahr zu unterrichten hat. Auch bei der Betrachtung der Lehrergehälter pro Unterrichtsstunde nach 15 Jahren Berufserfahrung in kaufkraftbereinigten US-$ zeigt sich das relativ hohe Einkommen deutscher Lehrer. So erhalten sie im Primarbereich 59 US-$ pro Unterrichtsstunde und werden damit nur von ihren japanischen (70 US-$) und luxemburgischen Kollegen (80 US-$) übertroffen. Es ist damit fast die Hälfte höher als im OECD-Durchschnitt (41 U-$).  …  Schulstudie PISA Deutschland holt auf Um die Herausforderungen der modernen Gesellschaft meistern zu können, bietet eine gute Schulbildung die beste Grundlage. Um dies gewährleisten zu können, ist es erforderlich, ihre Qualität verlässlich und regelmäßig zu prüfen. Hierbei ist der internationale Vergleich von Schülerleistungen ein wichtiges Element. Bildung auf einen Blick 2005 referiert auch einen Teil der Ergebnisse der PISA-Studie 2003. Dabei ist der Blick insbesondere auf die Schüler gerichtet, die Schwierigkeiten haben, ausreichende Leistungen zu erbringen. … Die Kultusministerkonferenz hat nach den Ergebnissen von PISA 2000 gemeinsame Anstrengungen zur Verbesserung des deutschen Bildungswesens beschlossen und dafür sieben zentrale Handlungsfelder benannt als Grundlage für die langfristige Weiterentwicklung des Bildungssystems. Zur Qualitätsverbesserung des Unterrichts und zur besseren Vergleichbarkeit wurden u.a. bundesweit geltende Bildungsstandards eingeführt. Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), im Juni 2004 als wissenschaftliche Einrichtung der Länder gegründet, unterstützt die Länder in ihrem Bemühen um Sicherung und stetige Verbesserung der Bildungserträge im Schulsystem. Zentraler Arbeitsschwerpunkt des IQB ist die Weiterentwicklung, Normierung und Überprüfung der Bildungsstandards. Unbefriedigend bleibt, dass in Deutschland der Erfolg beim Erwerb von mathematischer Kompetenz weit stärker als in nahezu allen anderen vergleichbaren Staaten vom sozioökonomischen Hintergrund der Schüler abhängig ist. Hier zeigt sich, dass Deutschland, wenn es bei internationalen Kompetenzvergleichen einen Spitzenplatz belegen will, den Einfluss des sozio-ökonomischen Hintergrundes auf die Lernergebnisse deutlich verringern muss. Aber auch hier sind ent-schiedene erste Reformschritte eingeleitet worden. Erklärte Ziele sind gute Leistungsergebnisse auch durch eine Entkopplung von sozialer Herkunft und erreichter Kompetenz. Nur langfristig angelegte und kontinuierlich fortgesetzte Maßnahmen zur individuellen Förderung und Unterstützung insbe-sondere von Schülerinnen und Schülern mit schulischen oder sozialen Problemen können hier zu nachhaltigen Verbesserungen führen. Zu dem Bündel notwendiger Maßnahmen zählen eine frühe Förderung vor und während der Schulzeit, die differenzierte Förderung im Unterricht und außerhalb der Unterrichtszeit sowie der weitere Ausbau von Ganztagsangeboten. Die Bundesre-gierung und alle 16 Länder haben daher mit dem Ganztagsschulenprogramm das größte gemeinsame Investitionsprogramm für Schulen ins Leben gerufen, das es je gab. Ausblick Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die Bildungssysteme international zur Zeit stehen – genannt seien hier exemplarisch die demografischen Verschiebungen, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die soziale Chancenge-rechtigkeit – kommt dem Lernen aus den Erfahrungen der Anderen eine wachsende Bedeutung zu. Vergleichende Analysen bilden folgerichtig zunehmend eine wichtige Grundlage für bildungspolitische Diskussionen. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, dass auch Informationen über die verschiedenen Bildungssysteme der einzelnen Länder in Deutschland in die Diskussion mit einbezogen werden. Hierfür ist in allen 16 Ländern eine Erhebung und Aufbereitung von Daten nach den international üblichen Standards und Klassifikationen erforderlich. Weitere Erkenntnisse zur Verbesserung des Bildungssystems sind durch die von Bund und Ländern in Auftrag gegebene nationale Bildungsberichterstattung zu erwarten. Die in Bildung auf einen Blick verwendeten Indikatoren und durchgeführten Analysen könnten somit wiederum zu einem Impulsgeber für die bildungspolitische Diskussion in Deutschland werden.”  

Download
der
kompletten
Studie
unter:

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Quelle: http://www.bmbf.de/pub/bildung_auf_einen_blick_wesentliche_aussagen_2005.pdf

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