Tag: 19. November 2007

Jugendarbeitslosigkeit und psychisches Wohlbefinden

Untersuchung des IAB: In Deutschland wurde das psychische Wohlbefinden und die Erwerbssituation junger Menschen von 15 bis 24 Jahren bislang selten thematisiert. Datenbasis der Untersuchung ist die deutsche Teilstichprobe der europäischen Vergleichsstudie „Übergänge aus Jugendarbeitslosigkeit“. Die befragten Jugendlichen waren im Jahr 1998 für mindestens 90 Tage arbeitslos registriert und wurden zu zwei Zeitpunkten befragt. Ein erfolgreicher Einstieg in das Erwerbsleben und eine zufriedenstellende finanzielle Situation sind zentral für das psychische Wohlbefinden der Jugendlichen. Erwerbstätigkeit hat allerdings für junge Frauen eine andere Bedeutung als für junge Männer: Während für die jungen Frauen der Einkommenserwerb im Vordergrund steht, steigt das Wohlbefinden der jungen Männer mit Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unabhängig von finanziellen Faktoren. Dies verweist auf die konstitutive Rolle der Erwerbsarbeit auch jenseits finanzieller Aspekte für ein gelungenes Erwachsenwerden der Männer. Viele Jüngere erfahren nicht mehr einfach und selbstverständlich, als künftige Arbeitskräfte in die Gesellschaft hineinzuwachsen und so durch Erwerbsarbeit Anerkennung und einen stabilen sozialen Status zu erwerben. Vielmehr erleben die Jüngeren den Weg in das Erwerbsleben zunehmend als Zwiespalt.

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