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THEMA: Übergang Schule-Beruf

Die Bundesarbeitsgemeinschaft örtlich regionaler Träger der Jugendsozialarbeit (BAG ÖRT) legt ein Positionspapier vor, in dem Qualitätsstandards für die Begleitung junger Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf beschreibt. Damit knüpt sie an die Fachdiskussion, führt diese weiter und bietet eine Richtschnur für alle bestehenden und geplanten Angebote und Programme Individueller Begleitung der Jugendsozialarbeit gelten, an.
Die BAG ÖRT legt ein Positionspapier vor, das an die derzeitige Fachdiskussion anschließt, diese weiterführt und als Richtschnur für alle bestehenden und geplanten Angebote und Programme Individueller Begleitung der Jugendsozialarbeit gelten soll. Der Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf stellt für benachteiligte junge Menschen nach wie vor eine große Herausforderung dar. Zunehmend multiple Problemlagen erschweren den direkten Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und lassen viele junge Menschen nicht vom wirtschaftlichen Aufschwung und dem gestiegenen Bedarf an Fachkräften profitieren. Individuelle Begleitung am Übergang Schule – Beruf steht vor der Herausforderung, diesen jungen Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Für die gelingende Umsetzung sind Qualitätsstandards notwendig, die nun durch die BAG ÖRT definiert wurden.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung legt eine Expertise zur Vermeidung prekärer Übergänge Jugendlicher mit Migrationshintergrund an der Schwelle von der Schule zur Ausbildung vor: Jugendliche mit Migrationshintergrund wachsen in Deutschland in sehr unterschiedlichen Milieus auf. Häufiger als Jugendliche ohne Migrationshintergrund in Familien mit einer ungünstigeren sozioökonomischen Positionierung. Junge Menschen mit Migrationshintergrund laufen Gefahr, bei der Vergabe von Ausbildungsplätze benachteiligt zu werden. Im Übergangsprozess Schule – Ausbildung mündet ca. jede bzw. jeder dritte nichtstudienberechtigte Schulabgängerin bzw. Schulabgänger in einen Bildungsgang des Übergangssystems. Auf Jugendliche mit Migrationshintergrund trifft dies mit 38 Prozent häufiger zu. Nur die weniger günstigen sozialen Verhältnisse bieten hierfür keine hinreichende Erklärung. Aktuelle Erkenntnisse sprechen „für eine strukturelle Benachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung“. Angesichts des bevorstehenden demografischen Umbruchs gilt es, alle Qualifikationsreserven in Deutschland nutzbar zu machen: dazu zählt auch die Vielfalt der Potenziale junger Frauen und Männer mit Migrationshintergrund. Allen jungen Frauen und Männern, möglichst direkt im Anschluss an die Schule, sollten vollqualifizierende Ausbildungen angeboten werden. Zudem gilt es, die beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen junger Erwachsener ohne Berufsabschluss durch eine anerkannte Nachqualifizierung zu erschließen.
Unter dem Motto „Wo Produktionsschule draufsteht, soll auch Produktionsschule drin sein“ hat die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Produktionsschulen Qualitätsstandards verabschiedet. Sie sind ein weiterer wichtiger Schritt, um die Bedeutung von Produktionsschulen im deutschen Übergangssystem Schule-Beruf zu unterstreichen. Einerseits sind sie Richtschnur in der laufenden bildungspolitischen Debatte, andererseits soll mit ihnen ein Qualitätssiegel entwickelt werden. Der betriebsnahe pädagogische Ansatz der Produktionsschulen in der Beruflichen Bildung konnte den Beweis antreten, dass er in der Lage ist, benachteiligte Jugendliche erfolgreich in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln. Produktion oder Dienstleistung im Kundenauftrag sind dabei der zentrale Drehpunkt. In den letzten fünf Jahren entstanden in Deutschland mehr als 50 neue Produktionschulen mit unterschiedlichen Werkstattbereichen und Produktionslinien.
Berufs- und Wirtschaftspädagogik online veröffentlicht Aufsatz über die Bedeutung der individuellen Kompetenzentwicklung am Übergang Schule-Beruf:
Ausgangspunkt des Beitrags ist der Befund, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die nach Pisa zur Risikogruppe gerechnet werden können, weitere Kompetenzen benötigen, um an das Regelsystem der beruflichen Bildung anschließen zu können. Jedoch werden die zum Teil wenig entwickelten Kenntnisse im Bereich der Grundbildung in den Maßnahmen des Übergangssystems weder systematisch diagnostiziert noch gefördert, da zum einen davon ausgegangen wird, dass diese Kenntnisse im Lesen und Schreiben nicht ressourcenorientiert zu fördern sind. Zum anderen sind die Verfahren zur Kompetenzfeststellung für Bildungsträger sowie für Schulen zu zeitaufwendig und nicht zu finanzieren. Die Unterrichtsgestaltung sowie deren Umsetzung durch das pädagogische Personal setzen daher weder umfassend an den Kenntnisständen noch an den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, um einen subjektiv passenden Übergang zu ermöglichen. Anhand qualitativer Daten aus dem Projekt Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften, Teilprojekt
Prozessbegleitende Diagnostik am Übergang Schule-Beruf, wird herausgearbeitete, über welche Kenntnisstände die Lernenden im Bereich der Grundbildung verfügen und wie eine Kompetenzerweiterung ermöglicht werden kann.

OECD - Studie zur Berufsbildung in Deutschland veröffentlicht: Die Berufsbildungssysteme der Mitgliedsstaaten sind Untersuchunsgegenstand, um herauszufinden, ob sie in der Lage sind, die erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln. Deutschland verfügt über ein gut ausgebautes System der Berufsbildung. Es verfügt über eine starke duale Komponente, Lernen im Betrieb und in der Schule werden sinnvoll und erfolgreich untereinander verknüft. Aber Deutschland steht auch mehreren Herausforderungen gegenüber. Das Übergangssystem ist kostspielig und leidet unter Fragmentierung. Bildungs- und Berufsberatung erhalten nicht automatisch alle Schüler/-innen. Die Beratungsleistung wird von unterschiedlichen Stellen erbracht. Die Vermittlung von Basiskompetenzen bedarf einer größeren Aufmerksamkeit.
Bertelsmann Stiftung legt Studie zur Entwicklung Ausbildungsloser vor: In Westdeutschland verfügen rund ein Fünftel aller jungen Erwachsenen nicht über eine Berufsausbildung. Selbst junge Menschen mit einem mittleren Schulabschluss haben es immer schwieriger eine Ausbildungsstelle zu finden. Ein Haupt- oder Realschulabschluss alleine reicht im Regelfall nicht aus, um Anschluss an den Arbeitsmarkt zu finden. Ohne anschließende Ausbildung sind diese jungen Menschen einem sehr hohen Risiko ausgesetzt arbeitslos zu sein. Eine Teilnahme am Erwerbsleben wird ihnen häufig nur über gerinfügige Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht.
Agentur für Gleichstellung im ESF untersucht Programme an Übergang Schule-Beruf hinsichtlich der Gleichstellung von jungen Frauen und Männern. Der Anteil männlicher Jugendlicher im Übergangssystem bspw. beträgt rund 57 Prozent. Damit korrespondiert er mit dem überdurchschnittlichen hohen Anteil männlicher Schulabgänger ohne oder maximal mit Hauptschulabschluss. Junge Frauen sind zwar zahlenmäßig weniger im Übergangssystem aber dafür mit höheren Schulabschlüssen. Zudem haben sie im Anschluss an eine Maßnahme eine geringe Chance eine Berufsausbildung aufzunehmen.

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