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THEMA: Soziale Ungleichheit

Das Wissenschaftszentrum Berlin belegt mit seiner neuen Studie: Wo Eltern das letzte Wort haben, kommen noch weniger Arbeiterkinder aufs Gymnasium. Wenn Eltern bestimmen dürfen, welche weiterführende Schule ihr Grundschulkind besuchen soll, verschärft dies die soziale Ungleichheit der Bildungskarrieren. Ohnehin haben Kinder aus sozial höher gestellten Elternhäusern eine bis zu fünfmal höhere Chance, das Gymnasium zu besuchen, als Arbeiterkinder. Die sogenannte Freigabe des Elternwillens erhöht die Selektivität des Schulsystems noch. Auch Prüfungen oder die Einschätzung durch Lehrer werden kritisch gesehen. Ein sinnvolles Gegenmittel gegen die soziale Ungleichheit der Schulkarrieren ist die Aufgliederung nach Schulformen zu einem späteren Zeitpunkt. Längeres gemeinsames Lernen gebe Kindern aus sozial benachteiligten Familien die Möglichkeit, trotz ungünstiger Voraussetzungen im Wissens- und Leistungsstand aufzuholen und so die Voraussetzungen für einen Gymnasialbesuch zu erlangen.
Der Katholische Frauenverband IN VIA kritisiert einseitige öffentliche Wahrnehmung der Situation junger Frauen und fordert verlässliche Finanzierung von Mädchensozialarbeit. Mädchen und junge Frauen in Deutschland seien trotz guter Bildungsabschlüsse bis heute zu häufig in Berufen mit geringen Aufstiegschancen sowie schlechter Entlohnung...
Die Vodafone Stiftung hat in Kooperation mit der Stiftung Verantwortung Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik herausgegeben: Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres hat die Wirtschaft noch 146.000 neue Lehrlinge gesucht. Obwohl es insgesamt mehr Bewerber/-innen als im Vorjahr gab. Viele Jugendliche mit Hauptschulabschluss werden von vornherein abgelehnt. Dabei zahlt sich deren Ausbildung durch lange Betriebszugehörigkeit und hohe Loyalität besonders aus. Das hat eine neue Studie der Vordafone Stiftung herausgefunden. Deren Projektleiterin, Friederike von Tiesenhausen, beschreibt die Situation als ein Verwerfen von Rohdiamanten, die zu wertvollen Mitarbeitern werden können. Unternehmen sollten nicht nur auf Noten wert legen, sondern den jungen Menschen mehr Chancen durch Probearbeiten einräumen und ihnen Mentoren zur Seite stellen. Damit erfolgreiche Ausbildung gelingt und die Potentiale der Jugendlichen entfaltet werden können, sollten Unternehmen auf Hilfe von Außen zurückgreifen und sich unterstützen lassen.
Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration legt Studie zu Ausmaß und Folgen von Bildungssegregation an Schulen in Deutschland vor: In Städten ist ein hohes Ausmaß der Entmischung der Schülerschaft festzustellen. Lernbedingungen an segregierten Schulen sind oftmals ungünstig. Aber: Der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund an einer Schule allein wirkt sich nicht negativ auf die Leistung einzelner Schüler aus. Entscheidend sind sozialer Hintergrund und Leistungsniveau der Mitschüler. Auch Schulen mit hohem Zuwandereranteil können ein sehr gutes Lernumfeld bieten. Die Studie stellt Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Lernmöglichkeiten an segregierten Schulen vor. Interkulturelle Öffnung spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Katholischer Frauenverband IN VIA fordert frühzeitiges Beratungsangebot und Teilzeitausbildung für junge Mütter "Junge Mütter wünschen sich ein unterstützendes Umfeld, gute berufliche Perspektiven und eine verlässliche Kinderbetreuung. Der katholische Frauenfachverband IN VIA begrüßt daher den geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter dreijährige...
Bertelsmann-Stiftung legt Chancenspiegel 2013 vor: Eine Verbesserung der Chancengerechtigkeit in der Bildung gelingt nur langsam. Auch wenn es einige positive Tendenzen gibt, bleibt die große Herausforderung bestehen. Zwar verlassen weniger junge Menschen die Schule ohne Abschluss, aber nach wie vor steigen deutlich mehr Schüler einer Schulform ab als auf. Der Ausbau von Ganztagsschulen kommt nur schleppend voran und die Bedeutung der Förderschulen lässt trotz verstärkter Bemühungen um Inklusion kaum nach.
Vodafone Stiftung legt Studie „Hindernis Herkunft“ vor: Eine Umfrage unter Schülern, Lehrern und Eltern zum Bildungsalltag in Deutschland, die das Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt hat. Fast zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland bezweifeln, dass Schüler ungeachtet ihrer sozialen Herkunft die gleichen Bildungschancen haben: 61 Prozent sehen eine Chancengerechtigkeit an deutschen Schulen grundsätzlich nur unzureichend oder überhaupt nicht gegeben. Drei Viertel der Lehrer sind der Ansicht, dass eine individuelle Förderung einzelner Schüler kaum oder gar nicht möglich ist. Insgesamt geben 54 Prozent der Lehrer an, dass das Unterrichten und der Umgang mit den Schülern im Laufe der letzten fünf bis zehn Jahre deutlich schwieriger geworden sei.
Antrag der SPD-Bundestagsfraktion: Deutschland soll eine nationale Strategie zur Verringerung von Armut und Ausgrenzung vorlegen. Sie soll sowohl jährliche als auch mehrjährige qualitative Ziele und Maßnahmen enthalten. Damit sollen Armut und soziale Ausgrenzung bis zum Jahr 2020 so verringert werden, wie es dem fünften Ziel der Strategie „Europa 2020“ entspricht. Das fordert die SPD in einem Antrag, in dem sie Verbesserungen des Nationalen Reformprogramms 2013 und des Nationalen Sozialberichts fordert. Die SPD drängt darauf, das Ziel der Armutsbekämpfung der Strategie „Europa 2020“ in den jährlichen nationalen Reformprogrammen zu berücksichtigen. Außerdem wollen die Sozialdemokraten die Kürzung von Fördermaßnahmen von Langzeitarbeitslosen zurücknehmen und eine Verringerung der Schulabbrecherquote anstreben. Sie fordern in dem Antrag zudem die Abschaffung des Betreuungsgeldes und Maßnahmen gegen den wachsenden Niedriglohnsektor.
In der EU27 waren Kinder stärker von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht als der Rest der Bevölkerung. Im Jahr 2011 waren 27% der Kinder unter 18 Jahren in der EU27 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, gegenüber 24% der Erwachsenen (zwischen 18 und 64 Jahren) und 21% der...

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