Es gibt erste konkrete Informationen über die Umstrukturierung der europäischen Förderprogramme für die Zeit 2021. Auch wenn die Planungen noch bis Ende 2018 zu einem Verordnungsvorschlag zusammengefasst werden sollen, lässt sich die Richtung erkennen, in die sich die Förderlandschaft entwickeln wird.

Für die Jugendsozialarbeit relevante Änderungen

  • Der ESF wird unter dem Titel „Investitionen in Menschen“ zu finden sein, nicht unter dem Titel „Wirtschaftliche, soziale und territoriale Kohäsion“. Im ESF sollen der aktuelle ESF inklusive der Jugendbeschäftigungsinitiative, der Europäische Hilfsfonds EHAP und das Programm für Beschäftigung und soziale Innovationen EaSI aufgehen. Zusätzlich soll es einen Förderschwerpunkt „Grundlegende digitale Kompetenzen“ und „Integration von Migrant(inn)en“ geben.
  • Der Asyl,- Migrations- und Integrationsfonds AMIF wird umbenannt in „Asyl- und Migrationsfonds“ und steht unter dem Titel „Grenzmanagement und Sicherheit“. Es ist davon auszugehen, dass der gesamte Bereich der Integration vom ESF abgedeckt werden soll.
  • Das Programm Erasmus+ wird beibehalten. Zudem ist bereits angekündigt, dass Erasmus+ finanziell aufgestockt werden soll. Das Europäische Solidaritätskorps, das derzeit noch als Europäischer Freiwilligendienst Teil von Erasmus+ ist, soll selbstständig bleiben und mit der EU Aid Freiwilligen Initiative (humanitäre Hilfe) zusammengelegt werden.
  • Im Bereich der Kohäsionspolitik sollen der Europäische Fonds für regionale Entwicklung EFRE und der Kohäsionsfonds bestehen bleiben. Der Europäische Landwirtschaftsfonds soll für ländliche Entwicklung ELER ebenfalls als Teil der Landwirtschaftspolitik bestehen bleiben
  • Die Programme „Rechte, Gleichstellung, Unionsbürgerschaft“, „Europa für Bürgerinnen und Bürger“, „Kreatives Europa“ und „Justiz“ sollen zu einem EU-Werte-Fonds zusammengefasst werden. Alle diese Programme wurden bereits in der laufenden Förderperiode mehr oder weniger übersichtlich aus vielen verschiedenen Vorläuferprogrammen zusammengefasst.
  • Ein neues Programm „Digitales Europa“ soll unter anderem Themen wie künstliche Intelligenz, fortgeschrittene digitale Fertigkeiten und Cybersicherheit abdecken.

Quelle: Alexander Hauser – Fachreferent Jugendsozialarbeit & Europa für die BAG KJS; Hauptvertretung des Deutschen Caritasverbandes Brüssel