Der Paritätische Gesamtverband sieht die geplante Erfassung aller Schülerinnen und Schüler, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, im Datensystem der BA kritisch. Auf die erhobenen Daten sollen die Agentur für Arbeit, die Jobcenter, das Jugendamt und auch die Schulen zugreifen können. Ziel der Initiative des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist eine verbesserte Begleitung junger Menschen in der Umbruchphase zwischen Schule und Beruf. Über die erfassten Daten sollen die jungen Menschen aktiv angesprochen werden können. Ihnen soll frühzeitig eine passende Beratung und/oder das passende Förderangebot unterbreitet werden.

Schöne Theorie

Für den Paritätischen klingt das nach schöner Theorie. In eine Zwischenruf  fragt er, „…wo aber sind die passenden Beratungen vor Ort? Junge Menschen sind in diesem Alter nicht nur auf der Suche nach einem für sie passenden Berufsweg, sondern meistern auch Prozesse der Verselbständigung und Eigenpositionierung. Und diese unterschiedlichen Anforderungen geschehen gleichzeitig und haben Einfluss aufeinander. Wo sind denn die lebensweltorientierten jugendgerechten Beratungsstellen, die individuelle, persönliche Hilfestellungen geben könnten? Und wo sind die passenden Förderungen, die dem einzelnen Jugendlichen gerecht werden und neben den Zielen der Ausbildungsvorbereitung und -integration auch die aktuelle persönliche Situation des jungen Menschen in den Blick nehmen? Wo sind die gelungenen Kooperationen zwischen Jugendhilfe und Arbeitsförderung – auch in gemeinsamer Gestaltung und Finanzierung von Förderangeboten –, die der
Lebenssituation junger Menschen mit schlechten Startchancen gerecht werden?“

Kerndatensystem löst die Probleme nicht

Der Paritätische bemängelt, dass man für die bereits heute bekannten und im System erfassten Jugendlichen nicht in der Lage sei, niedrigschwellige und rechtskreisübergreifende individuelle Förderangebote bereit zu stellen. Die Datenerfassung total „löse die Probleme nicht.“ Jugendliche benötigen kreativ gestaltete, individuelle Förderangebote – auf Basis von Freiwilligkeit und Motivation. Das sei auch ohne Kerndatensystem schon lange bekannt.

Den Zwischenruf in vollem Textumfang lesen sie hier.

Quelle: Paritätischer Gesamtverband